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Hybridpapiere
Wird diesen Anlagen Erfolg beschieden sein?
Von David Henry
Anleihen oder Aktien?
 
20. November 2009
Während die Scherben zusammengekehrt werden, die die jüngste Finanzkrise hinterlassen hat, sehen sich die amerikanischen und europäischen Regulierer nach Möglichkeiten um, eine neue Krise zu vermeiden.
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Der jüngste Plan sieht vor, die Banken zum Verkauf von Hybridanlagen zu zwingen, die sich in schwierigen Zeiten von einer Anleihe in eine Aktie verwandeln. Doch werden diese komplexen Wertpapiere jene Art von Panik vermeiden, die die Vereinigten Staaten veranlasste, das Finanzsystem mit über 4 Billionen Dollar zu stützen?
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Anlagen dieser Art haben in der Vergangenheit für einigen Wirbel gesorgt
Auf den ersten Blick sieht es nach einer cleveren Art der Kapitalbeschaffung aus. Die Hybridanlagen würden den Unternehmen genau in dem Moment frisches Kapital in die Kassen spülen, in dem sie es am dringendsten brauchen: nämlich dann, wenn sich die Verluste häufen. Sie könnten auch das Finanzsystem entlasten, indem sie Schulden abbauen.
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Darum finden diese Wertpapiere, die man als Contingent Convertibles oder "CoCos" kennt, bei den Regulierern auf beiden Seiten des Atlantiks großen Anklang. Der Chef der Federal Reserve, Ben Bernanke, und Finanzminister Timothy Geithner haben die Idee aufgegriffen, nachdem Senator Christopher Dodd (District of Connecticut) am 10. November solche Reformen im Rahmen eines Gesetzesentwurfes vorgeschlagen hatte. Die britische Regierung hat bereits einen Feldversuch gestartet: Anfang des Monats gab die größtenteils staatseigene Lloyds Banking Group bekannt, sie wolle CoCos im Wert von 12 Milliarden Dollar begeben.
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Aber Anlagen dieser Art haben in der Vergangenheit für einigen Wirbel gesorgt. Während des Booms drängten die Banken den Anlegern ähnliche Papiere förmlich auf: Geld, das die Kreditblase nur noch größer werden ließ. Im Jahr 2007 brachten Finanzunternehmen auf der ganzen Welt Hybridpapiere im Wert von fast 60 Milliarden Dollar auf den Markt - das Doppelte des Vorjahres. Versicherungsgesellschaften und andere Großanleger griffen begierig zu, als seien es Schuldtitel. Sie sahen darin eine Möglichkeit, ohne Risiko ein paar Extra-Dollars zu verdienen.
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Heute verschlimmern genau die gleichen Finanzpapiere den Krisenverlauf. Anleger, die glaubten, Anleihen erworben zu haben, hielten plötzlich etwas in den Händen, das mehr nach Aktie aussah. So setzte die Regierung zum Beispiel die regulären Zahlungen auf einige durch Fannie Mae und Freddie Mac begebene Hybridpapiere aus, nachdem sie die Hypothekenriesen im September 2008 übernommen hatte. Die Vereinigten Staaten stützen ihre traditionellen Anleihen uneingeschränkt; die Kurse anderer Hybridpapiere dagegen brachen um bis zu 55 Prozent ein. "Sind es Schuldtitel oder Aktien? - Der Markt hat sich dieses brisanten Konflikts nie wirklich angenommen", resümiert Jeffrey A. Rosenberg, Kreditstratege bei der Bank of America Merrill Lynch Research.
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Sind es Schuldtitel oder Aktien?
Die Regulierer hoffen, diese Zweifel beseitigen zu können. In dieser neuesten Version sollen die Wandlungsauslöser im Voraus festgelegt sein, damit die Anleger nicht mehr die Katze im Sack kaufen müssen. Laut einigen Vorschlägen würde ein Schuldtitel automatisch zu einer Aktie werden, wenn sich das Finanzprofil einer Bank verschlechtert - zum Beispiel, wenn die Eigenkapitalquoten oder notleidende Kredite bestimmte Werte erreichen. In der Vergangenheit hatten die Banken hier viel größere Entscheidungsfreiheit, und die Papiere erlebten kaum eine Wandlung in Aktien. Höchstens dann, wenn ein Unternehmen auf den Konkurs zusteuerte.
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Das Problem ist nur: Vielleicht gefallen den Anlegern diese Papiere gar nicht? Im Gegensatz zu früheren Hybriden werden sich diese mehr wie Aktien verhalten. Die üblichen, auf Sicherheit bedachten Käufer könnte das abschrecken. Und die Aktienanleger rümpfen vielleicht die Nase, weil ihnen das Gewinnpotenzial zu gering erscheint. Um Käufer anzulocken, müssen die Banken möglicherweise tiefer in den Zinstopf greifen. Aber das könnte sich als zu teuer erweisen.
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Noch haben sich diese Papiere nicht bewährt. Sollte die neue Medizin ungewollte Nebenwirkungen haben, wird man sie erst bemerken, wenn die Banken unter Druck geraten und alles zu spät ist. "Es ist schon komisch", sinniert Simon Adamson vom Researchhaus Credit¬Sights. "Da versucht man die Dinge zu vereinfachen, und heraus kommt ein extrem kompliziertes Wertpapier."
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BusinessWeek Online
Dieter Rüchel
 
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