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Genussscheine
Eurohypo und Commerzbank zahlen nicht
Von Martin Hock
Weniger Licht als Schatten
 
03. November 2009
Insgesamt waren die Ergebnisse, die die Commerzbank am Montagabend für das dritte Quartal vorlegte unerfreulich, obwohl die Bank unerwartet einen operativen Gewinn erwirtschaftet, der indes vorwiegend aus Zuschreibungen auf den Wert problematischer Wertpapiere resultierte.
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Es waren vor allem die Töchter, die letztlich der Bank einen Milliardenverlust bescherten und den unter anderem die Genussscheininhaber mit ausbaden müssen, die auf ihre Kuponzahlungen verzichten müssen
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Abschreibungsgeschichte
Auf den Firmenwert des Immobilienfinanzierers Eurohypo schrieb die Bank 650 Millionen Euro und setzte damit das unglückliche Kapitel fort, dass sie Ende 2001 begonnen hatte, als sie ihre Rheinhyp mit der Deutschen Hyp der Dresdner Bank und der alten Eurohypo der Deutschen Bank zwangsverheiratete.
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Kaum anderthalb Jahre danach schrieb die Commerzbank einen dreistelligen Millionenbetrag ab. der damalige Konzernchef Müller, räumte ein, der Wertansatz sei eine Fehleinschätzung gewesen. Zudem hatten faule Kredite übernommen werden müssen. 2004 verzichtete man wie die anderen Großaktionäre auf die Dividende. Noch 2005 verbuchte die Eurohypo Restrukturierungskosten, bevor sie dann zur Gänze von der Commerzbank übernommen wurde.
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Keine Herabsetzung des Nominalwerts erwartet
Nun müssen manche Anleger auf ihre Zinsen verzichten, so die Inhaber eines alten Rheinhyp-Genusscheins, der Ende 2012 ausläuft und von Preferred Securities, die durch die Zweckgesellschaften Eurohypo Capital Funding Trust I und II begeben wurden. Letztere wurden von den Rating-Agenturen zuletzt am unteren Ende der Rating-Skala mit "Caa1" bzw. "CCC" eingeordnet. 2003 waren sie einmal mit einem Rating von "A3" bzw. "BBB+" gestartet. Besichert waren diese mit Nachranganleihen der Eurohypo.
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Für das Gesamtjahr rechnet die Commerzbank nun sowohl im Konzern als auch in der AG mit einem negativen Ergebnis. Und daher gehen auch diejenigen Privatanleger leer aus, die in Genussscheine der Commerzbank investiert haben.
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Dabei können sie von Glück sagen, wenn Ihnen nur der Zins entgeht. Denn, wie die Commerzbank mitteilte, werde man "soweit erforderlich und rechtlich zulässig Rücklagen sowie Sonderposten auflösen, um die Herabsetzung des Buchwerts ihrer Eigenkapitalinstrumente zu vermeiden".
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Das bedeutet anders gewendet, falls rechtliche Aspekte dem entgegenstehen oder die Verluste im vierten Quartal noch steigen, werden die Nominalwerte der Genussscheine herabgesetzt. Das könnte für die Inhaber der zum Jahresende 2009 und 2010 fälligen Genussscheine eine schmerzliche, verminderte Rückzahlung bedeuten, wobei dies allerdings aus heutiger Sicht nicht unbedingt zu erwarten ist. Immerhin verfügte die Commerzbank zum 30. Juni über Kapital- und Gewinnrücklagen von mehr als 13 Milliarden, die Eurohypo von mehr als 5 Milliarden Euro.
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Verlust bei Eurohypo-Scheinen weniger schmerzlich
Die Inhaber des Eurohypo-Genusscheins dagegen haben auch im unglücklichen Falle bessere Chancen. Immerhin will die Commerzbank spätestens 2011 wieder profitabel sein.
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Was allerdings auch bedeuten kann, dass es im kommenden Jahr wieder nichts gibt. Das drückt die Rendite der Genusscheine gewaltig. Die 2009 fälligen rentieren sich für Erstzeichner um 10 Prozent weniger. für den 2010er-Schein wären es 20 Prozent.
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Leichter verschmerzen können den Zinsausfall vielleicht die Eurohypo-Genusscheininhaber. da dieser variabel mit einem Aufschlag von 150 Basispunkten verzinst wird, hätte es aufgrund des Zinstals wohl sowieso nur etwa 2,75 Prozent gegeben und damit den niedrigsten Zins der bisherigen Laufzeit von neun Jahren. Trotzdem schlägt sich dies mit rund 30 Basispunkten auf die bisherige Rendite nieder.
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REUTERS, F.A.Z.
 
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