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Büroimmobilien
Mieter lassen Vorsicht walten
Von Steffen Uttich
 
22. Oktober 2009
Die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Aussichten hat die Mieter von Büroflächen fest im Griff. Nach den inzwischen vorliegenden Mietmarktberichten der großen Makler für Gewerbeimmobilien im Lande halten sich potentiell umzugswillige Unternehmen mit der Vertragsunterzeichnung noch zurück.
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Nach der Aufstellung des Immobilienberaterverbundes Colliers ging der Flächenumsatz auf den wichtigsten sechs Büromärkten Hamburg, München, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent zurück.
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Für Colliers-Chefanalyst Andreas Trumpp ist die Nachfragequalität immer noch durchwachsen. Häufig entschieden sich Unternehmen derzeit anstelle von Neuanmietungen für kurzfristige Mietvertragsverlängerungen um ein bis zwei Jahre. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass sie ihren mittelfristigen Flächenbedarf noch nicht abschätzen können oder wollen und lieber erst einmal eine abwartende Haltung einnehmen.
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Auf jeden Fall erhöht es das Frustrationspotential für die Makler. "Viele Mieter haben ihre Mietverträge in den bisherigen Gebäuden zu besseren Konditionen verlängert, nachdem man vorher intensiv als möglicher Mietinteressent am Markt tätig war", beobachtet Martin Angersbach, Leiter Bürovermietung bei NAI Apollo.
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Keine signifikanten Folgen
Allerdings schlägt sich der kräftige Rückgang in den Vermietungsaktivitäten seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor einem Jahr noch nicht signifikant in den Mietpreisen bei Neuvermietungen nieder. Nach der jüngsten Erhebung des Immobilienmaklerverbandes IVD in seinem jährlichen Gewerbe-Preisspiegel gingen die Büromieten im Jahresverlauf bundesweit durchschnittlich nur um 0,3 bis 0,5 Prozent zurück. "Im Vergleich zu den anderen europäischen Büromärkten kommen die deutschen Bürostandorte bislang sehr glimpflich davon", kommentiert IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling das Geschehen.
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Allerdings sind Vermieter inzwischen bei den Anreizen für einen Vertragsabschluss zu immer größeren Zugeständnissen bereit. Das betrifft vor allem die Gewährung von mietfreien Monaten sowie die Übernahme von Umzugs- und Ausstattungskosten. Allerdings lassen sich diese finanziellen Zugeständnisse von außen nur schwer erfassen.
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So entwickeln sich die Nominalmieten hierzulande auf den ersten Blick immer noch stabil. Immerhin werden noch nicht solch ungewöhnliche Zugeständnisse gemacht, wie sie in diesem Jahr zum Beispiel in London zu beobachten waren. So kann die japanische Nomura-Gruppe ihre für 20 Jahre angemietete neue Europazentrale die ersten sechs Jahre mietfrei nutzen.
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Keine Trendwende in Sicht
Von einer bevorstehenden Trendwende im Geschäft mit Bürovermietungen geht hierzulande kaum ein Gewerbeimmobilienmakler aus. "In den nächsten Monaten dürften die Konjunkturpakete und die Kurzarbeit deutscher Unternehmen ihre puffernde Wirkung verlieren - nicht zuletzt deshalb ist auch für das Schlussquartal nicht mit einer Belebung zu rechnen", erwartet Daniel Gedack, verantwortlich für die Bürovermietung bei Savills. Auch Jones Lang LaSalle geht nicht von einer grundlegenden Veränderung der Nachfragesituation aus.
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Lediglich in einzelnen Märkten besteht noch Aussicht auf größere Abschlüsse, die den Rückschlag etwas abmildern könnten. So wird zum Beispiel in Düsseldorf, wo der Flächenumsatz im Vergleich zu den anderen großen deutschen Büromärkten in diesem Jahr am stärksten eingebrochen ist, noch mit Spannung auf eine Entscheidung des Telekommunikationskonzerns Vodafone über eine potentielle Bürofläche von 80.000 Quadratmetern gewartet.
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"Dieser Vertrag könnte die Düsseldorfer Umsatzstatistik jedenfalls deutlich nach oben korrigieren", sagt Renate Kölbel vom ortsansässigen Immobilienberater Colliers Trombello Kölbel. Nach bislang 131.500 Quadratmetern vermieteter Fläche sei dann ein Sprung auf rund 250.000 Quadratmeter im laufenden Jahr noch im Bereich des Möglichen.
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