Autokrise
BMW im Spagat
Von Henning Peitsmeier03. November 2009
Die Autokrise ist allmählich ausgestanden. Das hätte man annehmen können, wenn selbst der mehrfach totgesagte Ford-Konzern schon wieder einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Doch dann das: BMW schafft im dritten Quartal mit Mühe und Not einen operativen Gewinn von mageren 55 Millionen Euro und verdankt dies vor allem nur einem deutlich verbesserten Finanzergebnis. Mit dem Verkauf seiner Autos aber hat BMW abermals Geld verloren.
Nun ist jedem klar, dass der Münchner Konzern, der vor wenigen Monaten noch 26 000 Menschen in seinen Werken in Kurzarbeit geschickt hat, nicht so schnell aus der Krise kommt, wie Optimisten gehofft hatten.
Noch immer steckt BMW zwischen Krisenbewältigung und Zukunftsgestaltung: Überall, an Personal wie Material, wird gespart. Gleichzeitig muss langfristig in neue Fahrzeugprojekte und Antriebstechnologien investiert werden, müssen mittelfristig die Kohlendioxid-Emissionen der aktuellen Fahrzeugpalette auf den ehrgeizigen Grenzwert der EU-Administration gesenkt werden. Diesen Spagat muss BMW aushalten. Das gilt aber im Übrigen für jeden Wettbewerber. Die Autokrise geht weiter.
F.A.Z.
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