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Trotz Finanzkrise
„Haus der Geschichte“ für Hessen geplant
Von Ralf Euler, Wiesbaden
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU): Vorschlag für ein Museum der Landesgeschichte im Frühjahr vergangenen Jahres
 
03. November 2009
Hessen soll ein eigenes "Haus der Geschichte“ erhalten. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP sind sich in diesem Ziel trotz Milliardenschulden und Wirtschaftskrise grundsätzlich einig. Das Land brauche einen zentralen Ort, an dem die historische Entwicklung seit seiner Gründung als "Groß-Hessen“ im Jahr 1945 publikumswirksam präsentiert werden könne, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Paulus auf Anfrage. Haushaltspolitiker in beiden Fraktionen stellen sich allerdings hinter vorgehaltener Hand die Frage, ob sich das Land in der schwersten Konjunkturkrise seit dem Zweiten Weltkrieg ein solches Projekt noch leisten kann.
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Vorbild für die Pläne der Koalition ist das "Haus der Geschichte Baden-Württemberg“ in Stuttgart, dessen Neubau im Jahr 2002 rund 17 Millionen Euro gekostet hat. Dort werden seitdem zwei Jahrhunderte Geschichte des Bundeslandes sowie seiner Vorgängerstaaten Baden, Württemberg und Hohenzollern auf unterhaltende und informative Weise vorgestellt. Auf annähernd 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind Schriftstücke, Fotos, Filme und Objekte zu sehen, mit Hilfe moderner Informationsmedien werden politische Zusammenhänge, soziale Strukturen und historische Entwicklungen dargestellt.
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Lehrstuhl für hessische Geschichte
Offen ist noch, ob das "Haus der Geschichte Hessens“ als reales Ausstellungsgebäude errichtet oder möglicherweise nur "virtuell“ im Internet entstehen soll – es wäre das erste Mal für ein solches Projekt. Der Landesregierung liegen für beide Modelle Gutachten vor, Kosten in Millionenhöhe würden in jedem Fall entstehen. Im Wissenschaftsausschuss des Landtags war im September von rund 30 Millionen Euro die Rede, die für ein echtes Museum erforderlich seien; hinzu kämen jährliche Unterhaltskosten in Höhe von bis zu drei Millionen Euro. Als Standort für eine solche Einrichtung ist die Landeshauptstadt Wiesbaden im Gespräch.
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Auch ein Museum zur Landesgeschichte als bloßes Internetportal wäre nicht zum Schnäppchenpreis zu haben: Für die Verwirklichung eines solchen Projekts würden dem Vernehmen nach drei bis acht Millionen Euro gebraucht, die Unterhaltungskosten lägen bei 300.000 Euro im Jahr. In jedem Fall, so sagte der FDP-Abgeordnete Paulus, solle ein "Haus der Geschichte“ in einem zweiten Schritt mit der Schaffung eines Lehrstuhls für hessische Geschichte an einer der Universitäten des Landes verbunden sein.
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Fachleute zum Vorhaben gehört
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte den Vorschlag für ein Museum der Landesgeschichte im Frühjahr vergangenen Jahres in einer Regierungserklärung gemacht. Ein solches Hessen-Museum könnte nach Ansicht des CDU-Landtagsabgeordneten Rolf Müller, ähnlich wie der seit 1961 veranstaltete Hessentag, identitätsstiftende Wirkung haben. Anfang des nächsten Jahres werden im Landtag Fachleute zu dem Vorhaben gehört. In der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP heißt es, die Diskussion über ein "Haus der Geschichte“ solle "zügig zu einer Entscheidung“ geführt werden.
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F.A.Z.
dpa
 
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