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Rohstoffeuphorie
Vorsicht bei Medaillen
Double Eagle Goldmünze
 
06. November 2009
Der allgemeine Boom im Edelmetall- und Rohstoffbereich, der ausgelöst wird durch eine ominöse Sorge der Anleger über die Folgen der extremen finanz- und geldpolitischen Maßnahmen von Regierungen und Zentralbanken, sorgt dafür, dass immer mehr Angebote in diesem Bereich auf den Markt kommen.
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Je sorgenvoller oder auch hysterischer sie werden, desto subjektiver nehmen sie die Fakten wahr und desto anfälliger werden sie für das ebenso inflationäre Aufkommen an Nachrichten und Meldungen, die teilweise kaum noch von Verschwörungstheorien zu unterscheiden sind.
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Nicht jedes Gold- oder Silberstück eignet sich zur Anlage oder Wertsicherung
Wiener Philharmoniker
Das führt dazu, dass unseriöse Trittbrettfahrer gute Chancen haben, gute Geschäfte zu machen. Sei es mit dem Ankauf von Altgold, dem Vertrieb seltsamster Zertifikate oder auch mit dem Verkauf von Medaillen und Münzen.
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Es gibt jedoch auch warnende Stimmen. Unter anderem auch den Bundesverband deutscher Banken. In Krisenzeiten flüchteten Anleger gerne in Sachwerte wie Edelmetalle, erklärt er. Doch es sei Vorsicht angebracht: Nicht jedes angebotene Gold- oder Silberstück eigne sich zur Anlage oder Wertsicherung, heißt es weiter. Das gelte nicht zuletzt für Medaillen, die oft in verlockenden Angeboten als "Sonderprägungen", "streng limitiert", "höchste Prägequalität" und so weiter angepriesen würden.
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Krügerrand
Im Gegensatz zu Münzen seien Medaillen keine vom Staat ausgegebenen gesetzlichen Zahlungsmittel. Jedermann könne Medaillen herstellen lassen. Einen funktionierenden Markt, auf dem An- und Verkauf weitgehend garantiert seien, gebe es für die meisten dieser Medaillen nicht. Häufig klaffe zwischen ihrem Preis und dem eigentlichen Metallwert eine große Lücke. Solle das so genannte "Sammlerstück" veräußert werden, sie die Enttäuschung der Anleger, die sie aufgrund rosiger Versprechungen erworben hätten, groß. Denn oftmals bliebe dem Verkäufer nur der Materialwert abzüglich der Einschmelzkosten.
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Medaillen hätten im übertragenen Sinne zwei Seiten: Sie seien zwar möglicherweise schön anzuschauen, als Geldanlage jedoch seien sie ungeeignet, heißt es zu Recht etwas abwertend. Allerdings gelten solche Argumente zumindest in Ansätzen auch für Münzen, die zum Teil in großen Mengen auf den Markt gebracht werden. Geldmünzen, die tagtäglich benutzt werden, sind mit Geldscheinen vergleichbar und sind nur das Wert, was auf ihnen ´draufsteht. Ihr Materialwert ist sehr gering.
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Ist eine Münze rar - und wenn nicht, wie groß ist der Materialwert
Britannia
Wirklichen Sammlerwert hat nur ein kleiner Teil an Münzen. Dazu zählen zum Beispiel antike Stücke. Viele andere sind nicht mehr Wert als das Material, aus welchem sie gefertigt sind -auch wenn die Werbung nicht selten etwas anderes behauptet. Seien sie aus Gold, Silber, Platin - oder einem anderen Material hergestellt. Letztlich stellt sich erstens die Frage, ob eine Münze oder Medaille Raritätswert hat und wenn, in welchem Zustand sie sich befindet. Zweitens, aus welchem Material sie hergestellt ist und wie hoch der Materialwert am Markt tatsächlich ist. Drittens, ob es einen liquiden Markt für die Münzen gibt und wenn, wie große die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist.
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Tatsächlich kann man etablierte und heute noch gepägte Münzen wie den südafrikanischen Krügerrand, das Schweizer Vereneli, das kanadische Maple Leaf, den amerikanischen Gold Eagle, den australischen Nugget, die britische Britannia und den Wiener Philharmoniker über Banken kaufen und verkaufen. Allerdings sind die Margen, die sie dabei herausnehmen, im Vergleich mit der gehandelten Menge an Material vergleichsweise groß. Das heißt, der Kauf lohnt sich nur, wenn man als Anleger von einem großen Preisaufschwung ausgeht oder wenn man ein ultimatives Zahlungsmittel sucht, um sich gegen eine tiefe Wirtschaftskrise zumindest psychologisch abzusichern. In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass der Besitz von Edelmetallen in Krisenzeiten verboten war.
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@cri
AP, REUTERS, Dieter Rüchel
 
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