Devisenfonds
Currency Valuation ETF glänzt mit Hilfe der Kaufkraftparitätentheorie
21. August 2009
Devisenkursprognosen sind eine sehr schwierige Sache. Zwar gibt es eine Menge an Theorien, mit denen sich angeblich treffsichere Prognosen machen lassen, doch nicht allzu oft sind die Vorhersagen dann doch falsch.
Eine dieser Methoden, mit der die Marktteilnehmer versuchen, die oft unberechenbaren Devisenkurse richtig einzuschätzen, ist die so genannte Kaufkraftparitätentheorie. Dabei wird berechnet, wie viele Einheiten einer Währung benötigt werden, um den gleichen repräsentativen Güterkorb zu kaufen, den man für einen Dollar in Amerika erhalten würde. Die Grundannahme lautet folglich, dass ein Gut überall auf der Welt letztlich den gleichen Preis haben muss, weil es sonst zu so genannten Arbitragekäufen kommen würde.
ETF begrenzt sich auf die G10-Währungen
Kurzfristig kann der Wechselkurs demnach zwar von der Kaufkraftparität abweichen, da monetäre Störungen schnelle Änderungen des Wechselkurses verursachen können, während sich das Preisniveau nur relativ langsam ändert. Langfristig sollte der Kurs aber um die Kaufkraftparität schwanken. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Störungen lässt sich mit Hilfe der Kaufkraftparität messen, ob eine Währung über- oder unterbewertet ist. Daraus wiederum lassen sich Gewinnchancen ableiten, wenn sich Wechselkurse langfristig an die Kaufkraftparität annähern.
Wie Forschungen gezeigt haben, handelt es sich um eine der besten fundamentalen Modelle zur langfristigen Vorhersage von Wechselkursbewegungen. Und wie die bisher erzielte Wertentwicklung nahe legt, scheint beim Currency Valuation ETF (ISIN: LU0328473748, 51,00 Euro) von DB X-Trackers diese Theorie auch aufzugehen. Denn dieser Exchange Traded Fund (ETF) basiert auf der Kaufkraftparitätentheorie und hat es seit seiner Auflage am 25. Januar 2008 bis heute immerhin auf ein Plus von rund 30 Prozent gebracht.
Das Produkt basiert dabei auf einem Currency Valuation Index. Dieser wiederum soll eine Strategie abbilden, bei der 3-Monats-Terminkontrakte auf drei laut der Kaufkraftparitätsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unterbewertete G10-Währungen gekauft und 3-Monats-Terminkontrakte auf drei demnach überbewertete G10-Währungen verkauft werden. Investiert wird somit jeweils pro Quartal in insgesamt sechs Währungen aus den G10-Staaten. Dazu wird der durchschnittliche Kassawechselkurs dieser Währungen im Verhältnis zum Dollar im letzten Quartalszeitraum mit den Kaufkraftparitäten dieser Währungen verglichen.
Konzept brachte auch historisch eine gute Wertentwicklung
Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den G10-Währungen zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt. Zur Auswahl stehen Dollar, Euro, Yen, Pfund, Franken, norwegische und schwedische Krone sowie Austral-, Neuseeland- und Kanada-Dollar. DB-X-Trackers war im Juli nach eigenen Angaben bei der norwegischen Krone, dem Austral- sowie dem Neuseeland-Dollar auf der Kaufseite und beim amerikanischen Dollar, dem Yen und dem Schweizer Franken auf der Verkaufsseite.
Auch wenn die Strategie bisher gut aufging, sollte man nicht automatisch weiter eine ähnliche Wertentwicklung wie seit Auflage erwarten. Realistischer sind die Ergebnisse, die eine Langzeituntersuchung der Deutschen Bank erbracht hat. Demnach brachte diese Vorgehensweise von 1980 bis 2006 eine jährliche Überschussrendite, also einen Ertrag, der über dem sicheren Geldmarktsatz liegt, von durchschnittlich 4,1 Prozent. Anleihen schafften im gleichen Zeitraum dagegen nur eine jährliche Überschussrendite von wenig mehr als 2 Prozent.
Aktien schnitten mit einem Wert von rund 5 Prozent zwar etwas besser ab. Unter Berücksichtigung der Volatilität und damit dem Risiko schneiden Währungen aber auch bei diesem Vergleich besser ab. Bei einer maximalen jährlichen Gebühr von 0,3 Prozent ist das Produkt vergleichsweise günstig.
@JüB
F.A.Z.
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