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0:4 in Leverkusen
Nach elf Minuten war für die Eintracht alles vorbei
Von Roland Zorn, Leverkusen
Ein Abend zum Vergessen: Torwart Fährmann
 
07. November 2009
Für die einen war es ein Abend zum Vergessen, für die anderen ein angenehmer Abendspaziergang. Wer hier Tabellenführer und wer graues Mittelmaß mit dem Hang zur Selbstzerstörung war, wurde am Freitagabend vor 30.000 Zuschauern in der BayArena ganz schnell überdeutlich. Schon nach elf Minuten führte Bayer Leverkusen 3:0 gegen eine in der Abwehr vogelwilde Frankfurter Eintracht und entschied damit bereits das ganze Spiel. Nie in seiner Bundesliga-Geschichte hatte der Werksklub so kurz nach dem Anpfiff drei Treffer erzielt; umgekehrt war auch den Hessen ein solch frühes Missgeschick in all den Erstligajahren nie widerfahren.
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Dabei hatte sich der von 2005 bis 2008 in Leverkusen beschäftigte Eintracht-Trainer Michael Skibbe so auf dieses "besondere Spiel" gefreut. Er bekam es geliefert - wenn auch nicht in seinem Sinne. Kießling (2. Minute), Reinartz (6.) und Kroos (11.) sorgten rasch für derart eindeutige Verhältnisse, dass der Rest dieses Duells unter Ungleichen nur von der Frage beherrscht wurde, ob Bayer seinen Torhunger schon gestillt habe. Das war beinahe der Fall, und so kamen die Frankfurter vom Ergebnis her an diesem für sie schwarzen Freitag noch glimpflich davon, sieht man vom 4:0 von Bender (86.) einmal ab.
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Handicaps, die ein Durchschnittsteam nicht so leicht wegsteckt
Auch die Frankfurter Fans haben einen Hang zur Selbstzerstörung
Bereits vor dem Wiedersehen mit Bayer war Skibbe etwas mulmig zumute. Nicht nur, dass Amanatidis, sein bester Angreifer, für längere Zeit fehlt und am Montag einer Knieoperation unterzogen wird, nicht nur, dass Ochs, sein Vorläufer auf der rechten Seite, wegen eines Rippenbruchs passen musste, schmerzte den Trainer der Eintracht. Am Freitag fielen kurzfristig auch noch der Brasilianer Chris wegen Rückenbeschwerden und Torhüter Nikolov wegen einer Knieprellung aus. Handicaps, die ein Durchschnittsteam wie das der Frankfurter nicht so leicht wegsteckt. Da haben es die Leverkusener mit ihrem Spitzenkader schon leichter, Stammkräfte wie Torhüter Adler (Augenentzündung) und die schon länger verletzten Renato Augusto, Rolfes, Kadlec und Helmes zu ersetzen.
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Vor der Begegnung des Tabellenführers mit dem Tabellenzehnten rückte zunächst das vermeintliche Duell der Torwart-Debütanten in den Blickpunkt. Der 19 Jahre alte Leverkusener Fabian Giefer feierte seine Liga-Premiere, sein zwei Jahre älterer Kollege Ralf Fährmann stand erstmals für die Eintracht bei einem Punktspiel im Tor. Zuvor hatte das sächsische Talent schon drei Erstligaproben im Trikot von Schalke 04 bestanden. Für Chris stellte Skibbe den von seinen Rippenbrüchen genesenen Vasoski in der Innenverteidigung; auf Ochs‘ Platz im rechten Mittelfeld bekam wieder einmal Bajramovic eine Chance von Anfang an.
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"Frankfurt ist eine Mannschaft, die man unter Druck setzen muss"
Sein Einstand war gelungen: Bayer Leverkusens Torwart Fabian Giefer
Ehe aber die Hessen auch nur einen Hauch von Ordnung in ihre Aktionen bringen konnten, war es um sie schon geschehen. Bayer erfüllte punktgenau den Auftrag, den Trainer Jupp Heynckes, der auch einmal bei der Eintracht tätig war, seiner Mannschaft mit auf den Erfolgsweg gegeben hatte. "Frankfurt", hatte der Altmeister sehr richtig erkannt, "ist eine Mannschaft, die man unter Druck setzen, bei der man das Tempo hochhalten muss."
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Gesagt, getan. Schon nach 72 Sekunden lag der Tabellenführer durch Kießlings achtes Saisontor in Führung, nachdem Fährmann den Ball zunächst allein gegen Reinartz pariert hatte. Im zweiten Versuch war es dann schon passiert. Während die Frankfurter diese Warnung noch nicht recht begriffen hatten, schlug Reinartz mit seinem Kopfballtor zum 2:0 nach Barnettas Eckball aufs Neue zu (6.). Liberopoulos hatte nicht aufgepasst, und Fährmann schien diesmal auch nicht auf der Höhe seiner Möglichkeiten. Damit nicht genug, schlug fünf Minuten später der Leverkusener Kunstschütze Toni Kroos wie vor einer Woche beim 2:2 "auf" Schalke zu. Eintracht-Verteidiger Franz war so freundlich, der Leihgabe der Münchner Bayern den Ball aufzulegen; gegen den folgenden Schuss ins Toreck aus 16 Metern besaß Fährmann keinerlei Chance.
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Es war ein frustrierender Abend für eine kalt erwischte Mannschaft
Leichtes Spiel für Leverkusen: Frankfurt war kein Gegner
Somit war die Partie nach rund zehn Minuten schon gelaufen. Der Eintracht-Fanblock machte seinem Ärger Luft und wollte die Frankfurter "kämpfen sehen", ehe von dort nach rund einer halben Stunde Bengalos das Spielfeld einnebelten. Der früh desillusionierte Skibbe wechselte Caio gegen Korkmaz aus (22.) und konnte von Glück reden, dass das Frankfurter Desaster bei Halbzeit nicht noch schlimmer anmutete. Spycher verhinderte auf der Linie, dass Hyypiäs Kopfball einschlug (22.), Vidal schoss knapp am Tor vorbei (40.).
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Es war ein frustrierender Abend für eine kalt erwischte Mannschaft, die von vornherein auf verlorenem Posten stand. Bei Leverkusen, das die zweite Halbzeit als Trainingseinheit begriff und nur noch einmal durch Bender zuschlug, fror nur der junge Torwart. Ein bisschen mehr Beschäftigung hätte sich Fabian Giefer bei seinem ersten Auftritt schon gewünscht.
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FAZ.NET
ddp, REUTERS, AP
 
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