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Personal-Spekulation
Demel könnte Opel-Chef werden
Von Christoph Ruhkamp
Bisher nur dezent im Hintergrund: Herbert Demel
 
03. November 2009
Noch ist nichts entschieden. Aber inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass der 56 Jahre alte Magna-Manager Herbert Demel in Zukunft an der Spitze von Opel stehen könnte. Bis vor kurzem noch hatte ein anderer als aussichtsreichster Kandidat für diesen Posten gegolten: Carl-Peter Forster, der Europachef von General Motors (GM). Doch Forster schaut sich dem Vernehmen nach schon nach einem anderen Job um.
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Wenn Magna tatsächlich den Zuschlag für die Übernahme von Opel erhält, dann wird mit Demel schlagartig ein Mann wichtiger, der bisher nur dezent im Hintergrund agierte, aber als einer der wichtigsten Architekten der Transaktion gilt. In der Branche ist der Österreicher – als ehemaliger Chef von Audi und zeitweiliger Spitzenmanager der Fiat-Autosparte – ohnehin kein Unbekannter. Der gebürtige Wiener gehört zur europäischen Geschäftsführung von Magna und ist unter anderem verantwortlich für die Auftragsfertigung von Magna. In dieser Sparte produziert der kanadische Konzern Autos im Auftrag der großen Hersteller. Beispiele sind der Chrysler-Jeep Grand Cherokee, der Geländesportwagen X3 von BMW sowie ein Mercedes-Geländewagen.
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Ingenieur in einer Familiendynastie von Psychoanalytikern
Demel – einziger Ingenieur in einer Familiendynastie von Psychoanalytikern – begleitete Magna-Chef Siegfried Wolf in den vergangenen Monaten in allen wichtigen Verhandlungen mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors und der Bundesregierung. Immer wieder musste sich Demel vom Tagesgeschäft in der Zentrale von Magna Steyr in Graz losreißen, um nach Berlin, Detroit oder Frankfurt zu fliegen. Dort versuchte er, der Bundesregierung die Angst vor Stellenabbau und den Amerikanern die Furcht vor einem unkontrollierten Technologietransfer nach Russland zu nehmen.
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Keiner der Magna-Manager verbrachte mehr Zeit im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim als Demel. Nahezu jede Fabrikhalle nahm er selbst in Augenschein. Niemanden würde es daher wundern, wenn er nach der Übernahme von Opel die Holding führen würde, in die der Autohersteller eingebracht werden soll. Operativer Chef von Opel sollte er jedoch eigentlich nicht werden – aus einem einfachen Grund: Magna muss genau darauf achten, Opel strikt vom eigenen Geschäft zu trennen. Sonst gibt es Schwierigkeiten mit den großen Autoherstellern, die bei Magna einkaufen: Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Pich drohte Magna schon öffentlich mit dem Entzug von Aufträgen, wenn er das Gefühl bekommen sollte, dass Opel besser bedient werde als VW.
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Nach der Übernahme von Opel soll Demel den maroden Hersteller aus Rüsselsheim bis 2011 auf Vordermann bringen. Schon in Planung sind ein neuer Kleinstwagen unterhalb des Corsa und die Expansion in Russland. Dass Demel genügend Fingerspitzengefühl mitbringt, um der deutschen Politik Staatskredite und dem Opel-Betriebsrat Lohnverzicht abzuringen, kann als sicher gelten. Schließlich haben sich Vater und Mutter einen Namen als Psychoanalytiker gemacht.
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F.A.Z.
dpa
 
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