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Aktienbörsen
Börsen schnuppern Höhenluft
 
09. November 2009
Die Liquiditätsrally nimmt wieder Fahrt auf. Nachdem sowohl Zentralbanken als auch die Finanzminister der G20-Staaten erklärten, fiskalisch und geldpolitisch stimulativ zu bleiben, streben die Vermögenspreise nach oben. Die Aktienkurse steigen und Gold ist nominal zumindest in Dollar so teuer wie noch nie. Die Feinunze kostete im Tageshoch 1.111 Dollar.
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Der Dow Jones Industrial Index liegt im frühen amerikansichen Handel mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 10.170 Zählern. Der Index setzt damit den Aufwärtstrend der vergangen Monate unbeirrt fort, indem er ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Der S&P 500 Index legt sogar 1,51 Prozent zu auf 1.085,4 Zähler. Die Gewinne werden mit einer höheren Risikobereitschaft der Marktteilnehmer erklärt. Die Papiere von Caterpillar, General Electric, American Express und Alcoa führen die Gewinner an. In Europa verzeichnete der Euro Stoxx 50 einen Kursgewinn von 2,36e Prozent auf 2.860,1 Zähler. Der Dax legte sogar 2,4 Prozent zu auf 5.619,72 Punkte.
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G20-Finanzminister schüren den allgemeinen Optimismus
Händler begründeten die neue Zuversicht der Investoren mit positiv aufgenommenen Meldungen vom G20-Gipfel. In der Abschlusserklärung vom Treffen der Finanzpolitiker der wichtigsten Wirtschaftsnationen und Schwellenländer im schottischen St. Andrews hieß es, bis zu einer wirtschaftlichen Gesundung sollen die Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und Finanzmärkte fortgesetzt werden.
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"Fundamentale Stories gibt es nicht - alles dreht sich um die Rückkehr der Carry-Trader", sagt ein Händler. Nach den Notenbank-Aussagen der vergangenen Woche gehe die Kreditaufnahme in Dollar und gleichzeitige Anlage in Aktien und Rohstoffe ungehemmt weiter. Der Teil der Anlagegelder, der in den Euroraum fließt, ist für den Kurssprung der Gemeinschaftswährung über die 1,50-Dollar-Marke verantwortlich.
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Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag getrieben von positiv interpretierten Unternehmensdaten und den boomenden amerikanischen Börsen weiter zugelegt. Angeführt von der Commerzbank und Europas größten Versicherer Allianz gewann der Dax 2,40 Prozent auf 5.619,72 Punkte und kletterte damit auf den höchsten Stand seit rund zwei Wochen. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 2,00 Prozent auf 7.226,47 Zähler nach oben. Der TecDax sprang mit den Biotechnologiewerten Evotec und Morphosys an der Spitze um 1,47 Prozent auf 760,79 Punkte.
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"Die deutschen Börsen haben von der guten Stimmung an der Wall Street und vom festeren Euro profitiert", sagte Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Das Geschäft sei aber ruhig geblieben. Auch die guten Zahlen der Allianz wirkten positiv, denn die Kursgewinne bei dem Indexschwergewicht machten rund ein Sechstel des Dax-Plus aus. Ein anderer Börsianer verwies auch auf einen positiven Stimmungsimpuls durch das G-20-Treffen am Wochenende. Demnach sollen Unterstützungen durch Konjunkturpakete beibehalten werden.
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Finanzwerte, die Börsianern zufolge aktuell den Takt an den Börsen ganz wesentlich beeinflussen, zählten zu den Favoriten und zogen den Markt nach oben. Allianz-Papiere gewannen 4,27 Prozent auf 82,70 Euro. Europas größter Versicherer hatte im dritten Quartal mit einem höher als erwarteten Milliardengewinn überrascht. Im Jahr zuvor hatten die Finanzkrise und die Probleme der verstoßenen Tochter Dresdner Bank dem Konzern noch einen Milliardenverlust eingebrockt. Angesichts der Rezession und der starken Schwankungen an den Kapitalmärkten seien jedoch "zuverlässige Aussagen über das künftige Ertragsniveau nicht möglich", teilte der Konzern mit. Den sonst sehr auf den Ausblick fixierten Börsianern verdarb dies aber nicht die Laune. Sie lobten vielmehr das operative Ergebnis und die attraktive Dividendenrendite.
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Nachrichten werden gemeinhin optimistisch interpretiert
Bei den Banken legten Aktien der Commerzbank um 5,76 Prozent auf 7,35 Euro zu, die Papiere der Deutsche Bank gewannen 3,37 Prozent auf 49,815 Euro. Analyst Ben Potter von IG Markets sagte: "Auf dem G20-Treffen gab es keine Einigkeit darüber, wie es mit der globalen Finanzindustrie weitergehen soll. Das sollte den Bankensektor zumindest kurzfristig stützen."
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Aktien des Halbleiterherstellers Infineon konnten dagegen nicht am positiven Trend teilnehmen und gingen mit minus 0,31 Prozent auf 3,22 Euro am Dax-Ende aus dem Handel. Börsianern zufolge gibt es erneut Sorgen um einen Auftrag von Apple, der verloren gehen könnte. Demnach könnte der amerikanische Konzern eine Technologieänderung für seine Mobilfunkgeräte vornehmen und dabei womöglich einen Wechsel von Infineon zu Qualcomm als Zulieferer vornehmen.
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Im MDax sprangen die Aktien von Puma mit plus 4,46 Prozent auf 232,94 Euro an die Spitze. Der vom französischen Luxusgüterkonzern PPR kontrollierte Sportartikelhersteller war mit seiner Bilanz zum dritten Quartal zwar unter den Schätzungen von Analysten geblieben, doch für das vierte Quartal geht das Unternehmen wieder von einem Gewinn aus. Laut Tim Burkhardt, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, lagen die Zahlen im Rahmen seiner Erwartungen. Allerdings seien die Margen robust. Zudem habe Puma seine Lagerbestände abgebaut und den Kapitaleinsatz gesenkt.
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Gegen den positiven Trend im TecDax rutschten unterdessen Manz Automation nach den Quartalszahlen des Solar-Zulieferers und einer gesenkten Jahresprognose um 5,18 Prozent auf 50,37 Euro ab. Für das kommende Jahr erwartet Manz aber eine deutliche Geschäftsbelebung und will wieder Gewinn erwirtschaften. QSC büßten die anfänglichen Kursgewinne nach der Zahlenvorlage des Telekomkonzerns und dank der positiv präzisierten Jahresziele ein. Zuletzt sackten die Papiere um 2,41 Prozent auf 1,62 Euro ab.
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Deutsche Anleihen: Deutlich fester - "jüngste Verluste übertrieben"
Die deutschen Staatsanleihen haben am Montag im Nachmittagshandel ihre Kursgewinne ausgebaut. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,33 Prozent auf 121,35 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,320 Prozent. Die jüngsten Kursverluste am Anleihenmarkt seien übertrieben gewesen, sagten Händler. Daher sei es zu einer Gegenreaktion gekommen. Die besser als erwartet ausgefallenen Daten zur deutschen Industrieproduktion im September und die freundlichen Aktienmärkte hätten die Festverzinslichen in diesem Umfeld nicht belastet.
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Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
Natascha Vlahovic, FAZ.NET
 
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