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Komasaufen
Ab und zu saufen finden sie okay
Von Corinna Ahrens, Albertus-Magnus-Gymnasium, Friesoythe
 
07. November 2009
So schlimm ist das nicht, solange man sich nicht jedes Wochenende dichtlaufen lässt“, meint der 19-jährige Stephan Rem aus Strücklingen im Saterland im Landkreis Cloppenburg. Er hat sich auch schon des Öfteren ziemlich betrunken, aber fand das eher lustig statt besorgniserregend. Er weiß wohl, dass ein exzessives Trinkverhalten für den Körper gefährlich ist, aber seiner Meinung nach hat jeder das Recht, selber zu entscheiden, für wie gefährlich man den Alkohol einschätzt. Ihm ist die Gefahr relativ egal.
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Bei der gleichaltrigen Julia Bunner aus Oldenburg bewirkt die Frage, für wie gefährlich sie Alkohol hält, nur ein Schmunzeln. Sie hat auch schon mehrmals ein Gläschen zu viel getrunken, nicht bis zur Bewusstlosigkeit oder dass sie nicht mehr ansprechbar war, aber ein Rausch mit Gedächtnislücken, sogenannten Blackouts, kam schon mal vor. Sie hat eine ähnliche Einstellung wie Stephan. Mal ab und zu "saufen“, da sei nichts dabei, aber ständig zu übertreiben findet sie auch nicht gut. Dass das Trinkverhalten bei Jugendlichen sich geändert habe, bestätigen beide. In den vergangenen Jahren trinken immer mehr Jugendliche viel öfter und mehr – auch aus Gruppenzwang. Manche wollten ja nicht ohne Freunde dastehen oder uncool sein. "Da lässt man sich schon mal ein Glas aufdrängen“, sagt Stephan.
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Ihm ist das egal
Auf die Frage nach der Einführung von strengeren Kontrollen, um zu verhindern, dass sich Jugendliche unter 16 schon betrinken können, antwortet Stephan nur mit einem Achselzucken, das ist ihm egal. Er denkt, dass es nichts bringen würde, weil die Kids schon wissen, wie sie sich Alkohol besorgen können: "Entweder nehmen sie ’ne Flasche von zu Hause mit, oder Ältere holen ihn einfach. Unter 16 ist es ja schon schwer, im Laden an Alkohol zu kommen, die Kontrollen sind normalerweise schon streng.“
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Denken Jugendliche überhaupt über eventuelle Folgen nach? Julia vergleicht es mit dem Rauchen: In der Gegenwart denkt man auch nicht an die Folgen, ähnlich beim Trinken. Viele machen sich einfach keine Gedanken und können es auch nicht wirklich einschätzen, ob es gesundheitliche Probleme nach sich zieht. "Ob es zur Abhängigkeit führt, liegt an den Gründen des Alkoholkonsums, ob man nur einfach etwas feiern will oder ob man aus Frust trinkt. Da sollte man dann schon aufpassen.“ Es kann schon in der Jugendzeit zur Abhängigkeit führen, räumt Stephan ein, "da fängt man ja an mit dem Konsum, und wenn es zu viel und zu oft wird, kann es vielleicht auch schon außer Kontrolle geraten.“
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Der Freund stürzte ab
Beide haben es auch schon mal erlebt, dass ein guter Freund so "abgestürzt“ ist, dass er gar nichts mehr konnte. Julia hat sich dann auch Sorgen gemacht. "So lustig ist es dann nicht mehr, wenn die Person ziemlich schlaff in deinen Armen hängt und nicht mehr richtig reagiert.“ Aber zum Glück habe sie das erst einmal mitbekommen. Stephan ist dies schon öfter passiert, doch er muss lachen und meint, er sei meist in dem gleichen Zustand gewesen.
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Eine andere Meinung hat Magdalene Ahrens, 46 Jahre alt, aus Ramsloh im Saterland. Generell trinkt sie eigentlich kaum Alkohol, das letzte Mal wirklich betrunken war sie vielleicht vor 30 Jahren. "Hier auf dem Land trinken auch die Erwachsenen, besonders die Männer so viel, bis nichts mehr geht. Aber die Trinker werden immer jünger. Und wenn die Kinder es von ihren eigenen Eltern nicht anders kennen, so viel zu trinken, dann werden sie es auch nicht anders machen.“
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F.A.Z.
Andrea Koopmann
 
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