FAZ plus ArtikelDie verflixten ersten Wochen

Und raus bist du!

Von Josefine Janert
 - 14:20

Mit den Kindern ist Karla Müller gut zurechtgekommen. Jedenfalls hatte sie den Eindruck, dass sie ihrem Unterricht folgten und etwas lernten. Trotzdem ist die Endvierzigerin im Lehrerberuf gescheitert. Nach einem Magisterabschluss in einem geisteswissenschaftlichen Fach hatte sie zunächst in der Privatwirtschaft gearbeitet. Dann verlor sie ihre Stelle in einer betriebsbedingten Kündigungswelle und bewarb sich für ein Programm, das Quereinsteiger zu Lehrern machen soll. Das Programm sah vor, dass sie unterrichten und parallel eine Fortbildung besuchen sollte, die ihre Schulerfahrungen mit theoretischem Wissen unterfüttern und ihr die Möglichkeit geben sollte, sie mit Berufspraktikern zu diskutieren. Karla Müller machte sich mit Freude ans Werk. Sie hatte zuvor bei anderen Lehrern hospitiert, aber nie selbst unterrichtet: „Ich erhielt von der Schule einen Stundenplan, und dann ging es los.“

Dass sie als eine schlechte Lehrerin galt, erfuhr Karla Müller, die in Wirklichkeit anders heißt, nach eigenen Aussagen hintenherum. Jemand steckte ihr, dass sich die Direktorin der Schule über sie beschwert hatte – bei der Institution, die das Programm für die Quereinsteiger organisiert. Ein offenes Gespräch darüber, was sie anders hätte machen und welche Unterstützung ihr die Schule dabei hätte geben können, habe ihre Chefin nie angestrebt, sagt Müller. Wochenlang hatte sie das Gefühl, dass die Direktorin hinter ihrem Rücken Stimmung gegen sie machte. Dann kündigte sie.

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Quelle: F.A.Z.
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