Studie aus Amerika

Mehr Johns als Frauen in den Top-Berufen

 - 12:56

Dass es auf der ganzen Welt an Frauen in Führungspositionen mangelt, ist bekannt. Wie groß dieser Mangel noch immer in Amerika ist, spießt eine neue Untersuchung der „New York Times“ auf. Der „Glass Ceiling Index“ (Gläserne-Decken-Index) zeigt anschaulich: Der Prozentsatz der Frauen auf Chefposten der „Fortune 500“, also der 500 umsatzstärksten Unternehmen, ist ebenso hoch wie der Prozentsatz der Männer namens „James“.

Auf einem Senatsposten der Republikanischen Partei sei es sogar unwahrscheinlicher, eine Frau anzutreffen als als einen Mann namens John - obgleich nur 3,3 Prozent der Gesamtbevölkerung John mit Vornamen heißen und 50,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Frauen sind. Auch bei den Demokraten sehe es wenig besser aus: Es gebe weniger demokratische Gouverneurinnen als Männer namens John.

Die Liste lässt sich fortsetzen: Ob Regisseure der Filme mit den höchsten Einspielsummen oder Chefredakteure der Tageszeitungen mit den höchsten Auflagen, ob Bundesrichter oder Investoren in Technologie-Unternehmen - überall dominieren die Männer. Einzige Ausnahme: Chefredakteurinnen von Zeitschriften sind in Amerika etwas häufiger als Chefredakteure - die New York Times sieht den Grund in der hohen Anzahl an Modepublikationen, die vor allem von Frauen gekauft und dann auch oft von Frauen geführt werden.

Weniger Mentoren für Frauen

Obwohl Frauen in Amerika häufiger Universitätsabschlüsse haben als Männer und auch mittlerweile gar nicht mehr so selten in ehemaligen Männerdomänen arbeiten, hat sich in der jüngsten Vergangenheit nur wenig daran verändert, dass sie es schwer haben, in Spitzenpositionen vorzurücken.

Als Grund sehen die Autoren des „Glass Ceiling Index“ unterbrochene Erwerbsbiographien von Frauen, aber auch die Tatsache, dass Männer in Top-Positionen oft andere Männer fördern und sich als deren Mentoren betätigen. So sehen die Autoren keine guten Vorzeichen dafür, dass die Anzahl der Frauen in Top-Positionen in Amerika bald nennenswert steigen wird. Eher werde sich die Zahl der „Johns“ reduzieren - weil heutzutage mehr Eltern in den Vereinigten Staaten ihre Kinder Liam oder Noah nennen.

Quelle: nab.
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