Führungskräftebewertung

Zufriedenheit mit den Chefs sinkt

 - 06:00

Deutsche Arbeitnehmer werden immer unzufriedener mit ihren Vorgesetzten. Jedenfalls, wenn man einer neuen Auswertung von Daten der Mitarbeiter-Bewertungsplattform Kununu glaubt: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich demnach die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihren Chefs verschlechtert. Dabei ist die Chef-Zufriedenheit ohnehin schon einer der generell am schlechtesten bewerteten Punkte auf der Plattform. Schlechter schneiden nur die Kategorien Karriere/Weiterbildung und Kommunikation ab.

Kununu erlaubt Mitarbeitern, ähnlich wie Hotel- oder Restaurantbewertungsplattformen, ein Urteil über ihren Arbeitgeber abzugeben. Selbstverständlich sind Auswertungen der Daten dieser Plattform daher nicht repräsentativ; es äußert sich dort nur derjenige, der sich aus irgendeinem Grund auf die Internetseite verirrt und Lust hat, seine Meinung über seine Firma, seine Chefs und Kollegen öffentlich zu äußern. Es kann sein, dass das vor allem die Unzufriedenen tun. Doch immerhin basiert die Auswertung auf einer hohen Zahl von Einschätzungen (rund 300.000). Und die Bedingungen, unter denen die Zahlen aus dem Vorjahr gewonnen wurden, waren die gleichen.

Die Mitarbeiter bewerteten im einzelnen, ob ihre Vorgesetzten realistische Ziele setzen, ob sie bei Entscheidungen eingebunden werden, diese klar und nachvollziehbar sind und wie sich ihre Vorgesetzten in Konfliktfällen verhalten. Die Skala reicht dabei von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden).

Geht es nach den Mitarbeitern herrscht in deutschen Unternehmen noch zu häufig eine zu starke Hierarchie. Viele Arbeitnehmer wünschen sich mehr Mitsprache, offenere Diskussionen und weniger Anweisungen von oben nach unten. Bittere Erkenntnis: Nur etwas mehr als jeder Dritte (67 Prozent) würde seinen aktuellen Arbeitgeber anderen weiterempfehlen. Im Vorjahr lag die Weiterempfehlungsrate noch bei 71 Prozent.

Zwischen den Branchen zeigen sich allerdings Unterschiede. Am zufriedensten mit ihren Chefs sind Mitarbeiter aus den Branchen Beratung/Consulting, Internet/Multimedia sowie Personalwesen. Die deutsche Bankenbranche kommt über den 12. Platz nicht hinaus. Auch die Telekommunikation (Platz 16), die Autobranche (20) und die Industrie (24) liegen nur im Mittelfeld. Mit Abstand am schlechtesten schneidet die Textilbranche ab.

Auch zwischen den Bundesländern zeigen sich Unterschiede. Berliner und Hamburger Chefs stehen an der Spitze der Beliebtheitsskala. Auch Führungskräfte aus Bayern und Baden-Württemberg schneiden vergleichsweise gut ab. Auffällig ist, dass vor allem die östlichen Bundesländer mit Blick auf die Beliebtheit ihrer Führungskräfte schlecht abschneiden. Dabei steht Sachsen-Anhalt auf dem hintersten Platz.

Quelle: nab.
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