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Auslandsstudium? Am liebsten in Deutschland!

© Frank Röth, nab.
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Von zehn europäischen Zielen fürs #Auslandsstudium ist Deutschland mittlerweile das beliebteste. Warum?

Dass die deutschen Unis immer internationaler werden, spüren Studenten in ihrem Alltag: Die Erasmus-Grüppchen sind häufig präsent, die englischsprachigen Vorlesungen gefragt. Im Wintersemester 2015/16 tummelten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 340.000 ausländische Studierende an den Hochschulen hierzulande, so viele wie nie zuvor. Nun gibt es ein neues Ranking, das zeigt: Das liegt nicht nur an einer allgemein gestiegenen Lust am Studium jenseits der Heimat. Es liegt auch daran, dass viele junge Menschen explizit Deutschland als Ziel schätzen: Im Vergleich mit neun weiteren europäischen Ländern schnitt Deutschland als attraktivstes Zielland für ausländische Studierende ab.

© F.A.Z., nab.

Bewertet wurden in der Rangliste, die von der Hamburger Studienwahlplattform „Study EU“ stammt, die Qualität der Bildung, die Kosten, sowie Lebensqualität und Karrierechancen im jeweiligen Land. Und Deutschland landet nicht etwa vornehmlich aufgrund der fehlenden Studiengebühren auf Rang eins. Vielmehr punktet das Land vor allem mit einem hohen Wert im Bereich „Bildung“. Auf Rang zwei folgt das Vereinigte Königreich; auf Platz drei finden sich die Niederlande. Die Bildungsqualität in den Ländern ging mit 50 Prozent Gewichtung in das Ranking ein, die Kosten mit 30 und der Bereich „Leben und Karriere“ mit 20 Prozent.

Um zu ermitteln, wie gut die Bildung in einem Land ist, haben sich die Macher der Rangliste angeschaut, wie häufig die Hochschulen des Landes in vier sehr renommierten internationalen Hochschulrankings auftauchen: Im “Times Higher Education Ranking“, im „QS“-Ranking, im „Academic Ranking of World Universities“ und im „US News“-University Ranking. Anhand des „Times Higher Education Rankings“ ermittelten sie zudem die Qualität der Lehre in einem Land, die sich an Faktoren wie etwa dem Betreuungsverhältnis von Dozenten zu Studenten festmacht oder am Anteil der Doktoranden, die zusätzlich lehren. Als dritter Faktor ging auch noch die Anzahl englischsprachiger Studiengänge ein, wobei dies etwas geringer gewichtet wurde, um Großbritannien keinen zu großen Vorsprung zu gewähren.

Am günstigsten ist Ungarn

Im Bereich Bildungskosten spielten Lebenshaltungskosten und Studiengebühren eine Rolle. Mit Hilfe von Eurostat-Daten und eigenen Erhebungen rechneten die Macher des Rankings aus, was ein Jahr Auslandsstudium im jeweiligen Land im Schnitt kostet, wenn man Lebenshaltungskosten und Studiengebühren addiert. Mit im Schnitt 20.800 Euro für europäische und 28.000 Euro für nicht-europäische Studenten war Großbritannien in diesem Bereich am teuersten. Am günstigsten war das Auslandsstudium demnach in Ungarn, gefolgt von Polen und Serbien.

Der letzte Bereich „Leben und Karriere“ berücksichtigte das Abschneiden eines Landes im World Happiness Report der Vereinten Nationen, aber auch die Akademikerarbeitslosigkeit im jeweiligen Land und die Englischkenntnisse der Bevölkerung. Ziel war es, einen Indikator zu schaffen, der die Attraktivität für ein langfristigeres Leben und Arbeiten des ausländischen Studenten in dem Zielland erfasst. Besonders gut schnitt Deutschland in der Unterkategorie „Akademikerarbeitslosigkeit“ ab, die aus Eurostat-Daten bestimmt wurde: Deutschland schaffte hier Platz 1.

Das zweitplatzierte Großbritannien punktete vor allem in Sachen Präsenz in den Uni-Rankings und aufgrund der Tatsache, dass Alltag und Studium ohnehin auf Englisch ablaufen. Die drittplatzierten Niederlande erzielten vor allem sehr stark in der Unterkategorie „Qualität der Lehre“ den besten Wert.

Quelle: nab.
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