E-Learning auf dem Vormarsch

Studenten greifen selten zum Buch

 - 15:51

Knapp 85 Prozent aller Studierenden haben bereits Erfahrungen mit E-Learning gesammelt. Fast jeder Zweite nutzt diese Art der Wissensvermittlung sogar mindestens einmal wöchentlich – allerdings seltener auf dem Smartphone oder dem Tablet.

Zwei Drittel der befragten Studierenden nutzen E-Learning-Angebote lieber an Rechner oder Laptop. Nur jeder zehnte greift beim Lernen noch zu einem Buch.

Das geht aus einer anonym durchgeführten Umfrage unter 210 Studierenden hervor, die im Frühjahr 2018 laut eigener Angabe an deutschsprachigen Hochschulen immatrikuliert waren.

Engagement der Dozenten entscheidend

Auftraggeber der Erhebung ist Pearson Studium, ein Anbieter von Bildungsmedien, in Zusammenarbeit mit dem „Higher Education Summit 2018“. Dabei waren bei allen Fragen Mehrfachnennungen als Antwort möglich.

Durch die geringe Zahl der Studienteilnehmer sind die Ergebnisse zudem natürlich nicht repräsentativ, bieten als Stichprobe jedoch einige interessante Einblicke.

So finden 88 Prozent der befragten Studierenden an elektronischen Lernangeboten bespielsweise besonders gut, dass sie dabei selbst bestimmen können, wann und wo sie lernen.

Technische Ausrüstung oft ungenügend

Für gut drei Viertel ist auch das Lernen im eigenen Tempo ausschlaggebend. Knapp 68 Prozent nennen ebenfalls den Einsatz interaktiver Inhalte zum besseren Verständnis des Stoffs als guten Grund für E-Learning,.

Für knapp 67 Prozent ist die Möglichkeit, mit praxisnahen Übungen den Theorieteil zu vertiefen, ausschlaggebend. 70 Prozent der befragten Studierenden wünschen sich indes mehr elektronische Lernangebote an ihrer Hochschule.

Als Grund, warum E-Learning an ihrer Hochschule nicht beziehungsweise nicht häufiger eingesetzt wird, nennen gut 71 Prozent der Befragten dabei eine fehlende Bereitschaft der Dozenten, damit zu arbeiten, gut 62 Prozent nennen ebenfalls mangelnde Kenntnisse des Lehrpersonals im Umgang damit.

Vorlesungen nicht komplett ersetzen

Knapp 38 Prozent geben die technische Ausstattung, gut 35 Prozent schwerfällige Verwaltungsprozesse und knapp acht Prozent sonstige, nicht näher erläuterte Gründe an.

Die Initiative für mehr E-Learning-Angebote geht, jedenfalls in der Wahrnehmung der meisten befragten Studierenden, somit auch nur selten von der Hochschule oder dem Fachbereich aus. Treibende Kräfte sind ihrer Meinung nach zumeist vereinzelte, besonders engagierte Dozenten.

Vorlesungen komplett durch elektronische Lernangebote zu ersetzen, können sich mit 42 Prozent an Zustimmung nicht einmal die Hälfte der befragten Studierenden vorstellen.

Quelle: evah.
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