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Mein Studentenleben im Zug

Von Andreas Rumpf
 - 18:14
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Länger als ein Jahr war ich in den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs, um darin zu studieren und zu wohnen. Die Idee kam um die Weihnachtszeit mit der alljährlichen Erkenntnis bei Klassen- und Familientreffen, dass wieder ein Jahr vergangen ist, ohne das Wiedersehen zwischendurch wahr werden zu lassen. Weiter beschleunigt wurde der Gedanke durch die Mietpreisbremse, die kurz vor Inkrafttreten den Mietspiegel in meiner Studienstadt Stuttgart ansteigen ließ. Mit 11,21 Euro pro Tag ist der Zug eine Alternative zur stationären Studentenbude.

Zwar kann ein konventionelles WG-Zimmer kalt preislich mithalten, doch dann kommen Nebenkosten und die Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel dazu. So kommt der Tagespreis auf rund 15 Euro. Durch Wochenenden oder Ferien bleibt die Wohnung auch mal ungenutzt – und mit den verbundenen Reisekosten sind bald 20 Euro erreicht. Dabei sind Preistreiber wie träge brummende Nachtspeicheröfen keine Seltenheit, und eine Kombination aus Badezimmer mit Küche kommt auch mal vor auf den heiß umkämpften Quadratmetern in Stuttgart. Bis zu hundert Anfragen kommen pro Tag auf ein Studentenzimmer zu Semesterbeginn. Allein die Lage einer Behausung in Stuttgart hat durch das kulturelle Angebot natürlich schon seinen Wert, und gewiss haben Vermieter auch ihre Last mit den Umlagekosten und mit Mietnomaden. Aber ob es mir ein Zimmer wert sein sollte, mehr als 50 Prozent meines Einkommens dafür zu zahlen – das stellte ich in Frage. Ich sah die Studienzeit als beste Gelegenheit, mir dieses Experiment zu erlauben und es mal ohne Wohnung zu versuchen.

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Quelle: F.A.Z.
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