Karriere
Besetzung von Chefposten

Manager-Auswahl nach Bauchgefühl

© Picture-Alliance, nab.
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Managerposten werden erschreckend selten nach objektiven Kriterien besetzt.

Wer bekommt den Chefposten? Und wer geht leer aus? Nach welchen Kriterien wird diese Auswahl eigentlich getroffen? Eine Hamburger Personalberatung hat sich jetzt genau dieser Frage gewidmet und ist zu ernüchternden Ergebnissen gekommen: Mehr als 70 Prozent der Unternehmen setzen für ihre Fragen in Bewerber-Interviews vorab keine festen Anforderungskriterien. Und sobald sie Persönlichkeitstests zur Auswahl von Führungskräften nutzen, kommen noch immer Verfahren zum Einsatz, die als wissenschaftlich zweifelhaft und veraltet gelten.

In der Umfrage unter 100 Unternehmen, die FAZ.NET vorab vorliegt, gaben 70 Prozent an, dass bei den Interviews zur Führungskräfteauswahl zuvor keine festen Kriterien gesetzt werden. Bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen arbeiteten sogar 80 Prozent der Unternehmen rein erfahrungsbasiert. Das heißt, dass es vorher keine festgelegeten Ausschlussmerkmale wie eine bestimmte Mindest-Durchschnittsnote oder bestimmte Berufserfahrungen gibt.

Nur 30 Prozent der Unternehmen verwenden für die Chef-Auswahl Persönlichkeitstests. Die Studienautoren zeigten sich überrascht darüber, dass 18 Prozent angaben, den Typentest DISC zu nutzen, bei dem die Forschung aber schon länger Zweifel angemeldet hat, dass er verlässliche Diagnosen liefert. Ähnliches gilt für das so genannte Reiss-Profil, das immerhin in rund vier Prozent der Fälle zum Einsatz kam. Vereinzelt seien auch Tests genutzt worden, die eher für die klinische Psychologie, denn für die Managerauswahl entwickelt worden sind. Die Umfrage gemacht hat die Personalberatung Get Ahead unter 112 mittelständischen und großen Unternehmen aus dem In- und Ausland.

Quelle: nab.
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