Neue Umfrage

Urlaubsgeld für weniger als die Hälfte der Beschäftigten

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Auf die Juni-Gehaltsabrechnung freuen sich viele Beschäftigte ganz besonders. Denn mit dieser wird häufig das Urlaubsgeld gezahlt. Eine aktuelle Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt nun aber: Nur noch 42,6 Prozent der Beschäftigten bekommen überhaupt noch ein Urlaubsgeld; der Rest geht leer aus. Ausgewertet wurden dafür die Daten von 6600 Beschäftigten aus dem Jahr 2016.

Bei der Befragung ging es auch darum, in welchen Branchen am häufigsten Urlaubsgeld gezahlt wird. Vorn liegt dabei das Verarbeitenden Gewerbe: 66,2 Prozent der Betriebe gewähren dort ihren Mitarbeitern ein 13. Monatsgehalt. Auch in den Bereichen Verkehr und Lagerei, im Baugewerbe und im Handel bekommen mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer Urlaubsgeld. Schlecht sieht es dagegen in den meisten Dienstleistungsberufen aus, wo der Befragung zufolge nur eine Minderheit in den Genuss eines 13. Monatsgehalts zur Sommersaison kommt.

Dass jemand ein Urlaubsgeld bekommt, ist den Daten zufolge zudem dann wahrscheinlicher, wenn er in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeitet, wenn er männlich ist, im Westen Deutschlands wohnt und in einem Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten tätig ist.

Auch wenn es um die Höhe des Urlaubsgeldes geht, gibt es große Unterschiede: Für die mittlere Vergütungsgruppe reicht etwa die Spanne von 156 Euro bis hin zu 2316 Euro, wie die Stiftung unter Berufung auf eine Auswertung ihres Tarifarchivs im April 2017 berichtet. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen demnach Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Steinkohlebergbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Das höchste Urlaubsgeld gibt's dagegen unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie und in der Metallindustrie.

Eine gute Nachricht in Sachen Urlaubsgeld gibt es übrigens auch: Die gute Konjunktur zeigt sich oftmals auch in der Höhe der Sonderzahlung: In 12 von 22 untersuchten Branchen hat sich das Urlaubsgeld im vergangenen Jahr erhöht.

Quelle: nab.
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