Studie

Wo der Brexit Deutschland besonders hart trifft

 - 16:44

Von den insgesamt 50 Regionen mit erwarteten Belastungen durch den Brexit liegen 41 in Deutschland. Der Raum Köln-Düsseldorf könnte indes laut einer Studie besonders stark vom Austritt der Briten aus der EU betroffen sein.

Die beiden rheinischen Regierungsbezirke gehören zu den Regionen in Europa, in denen Industrie und Handwerk unter dem geplanten britischen EU-Austritt besonders leiden dürften. Dies geht aus einer Untersuchung des Europäischen Ausschusses der Regionen hervor.

„Angesichts ihrer engen Beziehungen legt der Bericht nahe, dass deutsche Regionen zu den am stärksten vom Austritt Großbritanniens aus der EU betroffenen Ländern gehören könnten“, sagte der Präsident des Ausschusses, Karl-Heinz Lambertz. Er forderte ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den verbleibenden EU-Mitgliedern, das die Zölle auf ein Minimum beschränkt und einen freien Warenverkehr ermöglicht. Mit Hilfe der regionalen Investitionspolitik der EU müsse alles getan werden, um die Auswirkungen auf die Regionen gering zu halten,
sagte Lambertz.

Brexit könnte Innovation und Entwicklung vorantreiben

Die Studie vergleicht die erwarteten wirtschaftlichen Folgen für einzelne Regionen der bleibenden 27 EU-Länder nach den Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Dienstleistungen, Transport und Direktinvestitionen. Unterm Strich am härtesten getroffen werden Regionen in Irland, dem direkten Nachbarn Großbritanniens.

Aus NRW stehen neben Köln und Düsseldorf auch die Regierungsbezirke Münster und Arnsberg auf der Liste der besonders stark betroffenen Regionen. Die größten negativen Folgen für Deutschland könnte der Brexit in Hamburg und Berlin haben. Direkt dahinter folgen Köln und Düsseldorf. Insgesamt könne Austritt Großbritanniens aber auch Innovation und Entwicklung beflügeln, heißt es in der Studie. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass die positiven Effekte die negativen Konsequenzen übertreffen könnten.

Großbritannien verlässt die EU am 29. März 2019. Doch folgt zunächst eine knapp zweijährige Übergangsfrist bis Ende 2020, in der sich faktisch kaum etwas ändert. In den nächsten Monaten soll ausgehandelt werden, wie die EU und Großbritannien danach weiter möglichst reibungslosen Handel treiben und auch bei Sicherheit, Verteidigung, Forschung und anderen Themen weiter eng zusammenarbeiten könnten.

Quelle: dpa
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