FAZ plus ArtikelWM-Torschütze 2014

Showdown für den verhinderten Weltstar Götze

Von Richard Leipold, Dortmund
 - 11:34
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Wer als Fußballspieler das Finale einer Weltmeisterschaft entscheidet, ist auf dem besten Wege, sich unsterblich zu machen. Mario Götze gehört zu den vier deutschen Männern, denen das gelungen ist. An einem Juli-Abend vor knapp vier Jahren in Rio de Janeiro erzielte der Mittelfeldspieler das Siegtor zum 1:0 gegen Argentinien. Mit diesem Treffer machte Götze sich zu einem der bedeutendsten Protagonisten des deutschen Fußballs – im Alter von 22 Jahren. Nicht wenige wähnten ihn als werdenden Weltstar. Aber seitdem scheint dieses Tor schwer auf ihm zu lasten. „Wie eine Hypothek“, sagt Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Götzes Arbeitgeber Borussia Dortmund. Er spricht nicht gern über dieses Thema. Wenn es um das aktuelle Befinden des Mittelfeldstrategen geht, ist Watzke bemüht, nicht noch zusätzlichen Druck aufzubauen. An seiner Stimme lässt sich das Bedauern darüber ermessen, wie verzweifelt und meist vergeblich Götze versucht, an seine guten Tage, an all die genialen Momente anzuknüpfen, die ihn als Teenager zu einem der größten Hoffnungsträger in der Geschichte des deutschen Fußballs gemacht hatten.

Aber rund zehn Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Russland ist Götze nur noch ein prominenter, vielkritisierter Mitläufer in einer Dortmunder Mannschaft, die sich mächtig anstrengen muss, um die Qualifikation für die Champions League zu erreichen; ein Spieler, der nicht zum Kreis der Auserwählten zählte, die gegen Spanien und Brasilien die letzten beiden Länderspiele vor der Nominierung des deutschen WM-Aufgebots bestritten haben. Viele Leute machen sich Sorgen, ob Götze je wieder an die Form aus seiner Zeit als Himmelsstürmer wird heranreichen können. In 28 Pflichtspielen für den BVB brachte er in dieser Saison nur zwei Tore und sechs Vorlagen zustande. Wer ihm bei der Arbeit zuschaut, bemerkt bald, woran es dem Hochbegabten am meisten fehlt: Tempo, Dynamik. Seine Auftritte in der Bundesliga werfen die Frage auf, ob Körper und Seele stark genug sind, um Höchstleistungen zu erbringen. Zweifel rühren vor allem daher, dass Götze in der Rückrunde der vergangenen Saison fünf Monate lang wegen einer Stoffwechselerkrankung ausgefallen war.

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Quelle: F.A.S.
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