FAZ plus ArtikelSexuelle Nötigung an Teenagern

Sie wollten was mit ihr machen

Von Julia Schaaf
 - 11:14

Als Melissa am Ende der Sommerferien 2015 auf Facebook einen Jungen kennenlernt, mit dem sie gleich beim ersten Treffen schläft, ist sie 14 Jahre alt. Er nennt sich Käptn: Boxerkörper und sanfte Augen, zwei Jahre älter als sie, arabische Wurzeln. Melissa sagt: „Er hat mir halt gefallen. Er war damals genau mein Typ.“ Drei Wochen später geht sie zur Polizei.

In dem Fall, der seit März vor dem Landgericht Berlin verhandelt wird, sind fünf junge Männer wegen sexueller Nötigung angeklagt, und was den Prozess so verstörend macht, ist die nagende Frage, was für Schlüsse daraus über jugendliche Sexualität im Zeitalter von Social Media und die damit verbundenen Risiken zu ziehen sind. Internetkontakte und ein offensiver Umgang mit dem Thema Sex: Das ist nicht unbedingt das, was sich Eltern für ihre vierzehnjährigen Töchter wünschen. Aber selbst wenn man befremdlich findet, wo und wie sich manche Teenager heutzutage kennenlernen und wie schnell sie miteinander intim werden – beunruhigend ist vor allem, wenn dabei offenbar wie selbstverständlich sehr private Bilder entstehen. Ein Video von Melissa in Unterwäsche. Ein Handyfoto, kurz vor dem Oralsex. „Beide Aufnahmen wollte sie nicht“, wird der Staatsanwalt am Ende der Beweisaufnahme sagen. Zunächst jedoch habe sie das „nicht so ernst genommen“.

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Quelle: F.A.S.
Julia Schaaf
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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