FAZ plus ArtikelPädophilen Taten vorbeugen

Eine lebenslange Geschichte

Von Karin Truscheit, München
 - 06:38

Der Begriff Pädophilie leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie die „Freundschaft zum Knaben“. Es geht Pädophilen aber nicht um Freundschaft mit Kindern, sondern um Sex mit Kindern. Hinter dem Betrachten, Berühren, Befummeln, dem „nur Streicheln wollen“ bis hin zur extremsten Form, der Vergewaltigung von Kindern, steht als antreibendes Moment die Befriedigung des Sexualtriebs des Pädophilen. Dies gehört zu den wenigen Gewissheiten über ein Phänomen, das in der Psychiatrie als „sexuelle Ansprechbarkeit durch vor- oder frühpubertäre Körper“ bezeichnet wird. Eine weitere Gewissheit ist, dass pädophile Täter den Objekten ihrer sexuellen Begierde – Säuglingen bis hin zu Kindern im Alter von etwa zwölf Jahren – großes Leid zufügen. Rohe Gewalt, gebannt auf Fotos und Videos für einen weltumspannenden, millionenschweren Markt, ist eine kriminelle Ausprägung dieser „sexuellen Präferenz“. Eine Präferenz, die als nicht heilbar gilt, zumindest, wenn es sich um den „exklusiven Typus“ handelt, also um Männer, die ausschließlich durch Kinder sexuell erregt werden.

Man vermutet, dass ein Prozent der männlichen Bevölkerung in Deutschland pädophil veranlagt ist. Zwar gibt es auch pädophile Frauen, doch insgesamt bilden sie, trotz geschätzter Dunkelziffer, eher die Ausnahme. Pädophile gibt es in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen. Es gibt pädophile Arbeiter, Angestellte, Polizisten, Ärzte und Geistliche. Unter pädophilen Akademikern sind viele Pädagogen. Vermutlich lassen sich diese Personen bei der Berufswahl bewusst oder unbewusst von ihrer Neigung beeinflussen.

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Quelle: F.A.Z.
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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