FAZ plus ArtikelEin unglückliches Traumpaar

Das Wort „Geliebte“ ist also entschuldigt

Von Alena Wagnerová
 - 08:05

In den Biographien von Jaroslav Hašek, dem berühmtesten tschechischen Schriftsteller, wird der Name seiner Frau Jarmila in der Regel nur am Rande erwähnt, und die meisten seiner Leser können mit ihm nichts anfangen. Denn im allgemeinen Bewusstsein lebt Jaroslav Hašek als eine Art Alter Ego von Josef Švejk, der Romanfigur, die er selbst geschaffen hat. Dass dieser Zechkumpan und Kneipengänger auch Liebesbriefe schrieb? Unvorstellbar. „Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk“ gehören schließlich zu den wenigen Werken der Weltliteratur, in denen das Wort „Liebe“ so gut wie nicht vorkommt.

Der Briefwechsel mit seiner späteren Frau zeigt aber einen ganz anderen Jaroslav Hašek, einen zartfühlenden, weichherzigen, liebenden Menschen. Mit Recht hat der profunde Kenner von Hašeks Werk, der tschechische Literaturwissenschaftler Radko Pytlík, dem von ihm herausgegebenen Korrespondenz-Band den Titel „Das menschliche Profil Jaroslav Hašeks“ gegeben. Freilich, ohne Humor ging es bei Hašek auch in der Liebe nicht. Seine Liebesbriefe legen davon beredt Zeugnis ab.

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Quelle: F.A.Z.
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