Krimibestenliste im August

Flieg, kleine Drohne, flieg!

 - 16:21
1.

Zoë Beck - Die Lieferantin
Platzierung im Vormonat: 9

London, Edinburgh, nahe Zukunft. Die Regierung will den Drexit, Null Toleranz für Drogen. Die Lieferantin ist dagegen. Sie versendet Stoff wie aus der Apotheke, geschickt per Drohne. Doch der saubere Trip für autonome Menschen stört das althergebrachte Machtgefüge. Und schon wird die Lieferantin gejagt..
Suhrkamp, 326 Seiten, 14,95 Euro.

2.

Antonin Varenne - Die Treibjagd
Platzierung im Vormonat: /

Limousin. Zwei Außenseiter gegen die beiden herrschenden Familien einer sterbenden Region: der verküppelte Revierjäger Rémi, und die gefallen Dorfschöne Michèle. Schlägereien, tote Förster, aufbrodelnde Gewalt. Als Western inszeniert, wilde Natur, archaische Triebe im Kern- und Hinterland Frankreichs.
Aus dem Französischen von Susanne Röckel. Penguin, 304 Seiten, 10 Euro.

3.

Larry Brown - Fay
Platzierung im Vormonat: /

Oxford, Biloxi. Die 17-jährige Fay ist aus einem Loch von Elternhaus abgehauen, sucht Zuneigung, Schutz, Liebe. Und findet Männer, gute väterliche, und weniger gute. Country-Noir-Variante der Endstation Sehnsucht: Tumbe Törin lernt Südstaaten. Späte Entdeckung eines starken Autors.
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel.Heyne, 656 Seiten, 24 Euro.

4.

George Pelecanos - Hard Revolution
Platzierung im Vormonat: 10

Washington, D.C. 1968. Als Kinder spielten sie in den Armenvierteln DCs, Rasse hatte kaum Bedeutung. Sie schwärmten für Autos, Musik, Freiheit. Mit dem Krieg wurden sie groß. Jetzt jagt der schwarze Polizist Derek Strange den Mörder seines Bruders. Fein gezeichnetes Sozialpanorama einer rebellischen Zeit.
Aus dem Englischen von Gottfried Röckelein. ars vivendi, 420 Seiten, 24 Euro.

5.

Simone Buchholz - Beton Rouge
Platzierung im Vormonat: /

Hamburg, Biesendorf. Gefolterte Verlagsmanager ächzen in Käfigen vor ihrem Stammhaus. Ein Mädchen totgefahren. Chastitys Kumpel im Streit. Im siebten Riley-Fall steuert Buchholz ganz ins Dunkle. Ihr Beitrag zur Internats- und Racheliteratur. Astra, saubere Sprüche, Melancholia, und ein neuer Mann.Blindtext.
Suhrkamp, 230 Seiten, 14,95 Euro.

6.

Monika Geier - Alles so hell da vorn
Platzierung im Vormonat: 1

Rheinland-Pfalz. Manga, verlorene 18, Prostituierte seit sie denken kann, erschießt einen Freier in Polizeiuniform. Halbtags-Kriminalkommissarin Boll nimmt SoKos oder Vorgesetzte nur am Rande wahr, aber das, was wichtig ist. Rätselhaft, sehr straight, irre gut. Geier ist Spitze.
Ariadne im Argument Verlag, 416 Seiten, 13 Euro.

7.

Carsten Jensen - Der erste Stein
Platzierung im Vormonat: 2

Afghanistan. Zug 3, dänische Infanterie, in Friedensmission. Der Zugführer verrät sie, die Krieger schalten in Rachemodus. Und stolpern in alle Fallen: die der Taliban, die der Entmenschlichung. In fettloser Prosa, mit genauer Lagekenntnis, reißt Jensen uns in einen Malstrom aus Krieg und Kriegsverbrechen...
Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Knaus, 640 Seiten, 26 Euro.

8.

Graeme Macrae Burnet - Das Verschwinden der Adèle Bedeau
Platzierung im Vormonat: /

St. Louis, Haut-Rhin. Adèle, Kellnerin im Restaurant La Cloche, ist weg. Aufruhr am Bridge-Tisch der Honoratioren, in der kleinen Stadt: Hatte der seltsame Herr Baumann mit ihrem Verschwinden zu tun? Baumann glaubt es manchmal selbst. Simenon ähnliche subtile Erforschung eines Einzelgängers in Krise.
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann.Europaverlag, 288 Seiten, 17,90 Euro.

9.

Donato Carrisi - Der Nebelmann
Platzierung im Vormonat: /

„Avechot“, italienische Alpen. Ein 16-jähriges Mädchen ist verschwunden, das Dorf empört. Sonderermittler Vogel, ein Star der Kriminalistik, weiß, wie man die Medien bedient. Und wann man wie Verdächtige präsentiert. Twistreiches Spiel um Medienmacht, Dorfenge und Gewaltkitzel, mit Mastermind im Hintergrund.
Aus dem Italienischen von Karin Diemerling. Atrium, 336 Seiten, 20 Euro.

10.

Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand
Platzierung im Vormonat: /

„St. Pierre d’Elze“, Sète. Hültners neuer Ermittler Commandant Lazare aus Montpellier hat mehr als genug zu tun. Ein toter Sinto, ein renitenter Bauer im Weidezaun, ein deutscher Polizistenmörder. Und eine korrupte Polizeistation. Hültner im neuen Milieu: souverän, mit skeptischem Humor.
btb, 384 Seiten, 20 Euro.

Die Jury

Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Sonntagszeitung“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Nordwestradio“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“, „Krimi-Welt“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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Quelle: F.A.S.
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