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FAZ plus ArtikelAmbivalenz in der Kirche

Reicht ein bisschen Glaube?

Von Christian Geyer
 - 08:26

Kommunikationsfähigkeit zeichnet das ideale Unternehmen aus, das ist in der Selbstdarstellung von Hewlett Packard (HP) nicht anders als in jener der katholischen Kirche. „HP ist ein Unternehmen, in dem man den Geist der Kommunikation atmen kann – den mächtigen Geist wechselseitiger Beziehungen. Ein Unternehmen, in dem Menschen kommunizieren und aufeinander zugehen. HP steht für eine emotionale Beziehung.“ Für eine solche, für eine emotionale Beziehung möchte auch die Kirche stehen, in einem beständigen inneren Spähen auf Soziologie und Psychologie gerichtet, ob dort nicht Schätze des sachten, versuchsweisen Sprechens zu heben sind, auf dass jene heilsame, ja heilsnotwendige komplexitätsöffnende Wirkung eintrete, welche im Zusammenspiel von Formulierung und Erleben geschehen kann – ereignishaft, statt in der Wiederholung des dogmatischen Formelkrams.

So empfiehlt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck seiner Kirche ein Eintauchen in die Theorie der Ambivalenz, wie sie der Schweizer Soziologe Kurt Lüscher ausgearbeitet hat. Von Lüscher lernen hieße demnach, verkürzt gesagt, die überlieferten Lehraussagen mit einem Index „kann sein, kann aber auch nicht sein“ zu versehen und damit die psychische Zerrissenheit widersprechender Wünsche, Gefühle und Gedanken, also den ganzen Seelenhaushalt der gläubig-skeptischen Existenz nach ihrem turn to embodiment in der Lehre selbst abzubilden.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Geyer-Hindemith
Redakteur im Feuilleton.
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