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FAZ plus ArtikelDie Angst vor Überfremdung

An welcher Grenze kommt das Menschliche abhanden?

Von Marcel Beyer
 - 12:41
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Folgt man der Elbe nur lange genug flussabwärts, gelangt man irgendwann nach Bleckede, einen Ort mit einem Penny-Markt in der Bahnhofstraße, einem Elbhotel und einer Brauerei, der sich von anderen Orten im Landkreis Lüneburg vor allem darum abheben dürfte, weil Bleckedes linkselbischer Teil während jener vier Jahrzehnte, als zwei deutsche Staaten existierten, auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland lag, sein rechtselbischer Teil hingegen auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik.

Lässt man den Ortskern hinter sich, fährt auf der L219 in nordwestlicher Richtung und passiert einen Weiler namens Garze, um auf einen Weiler namens Karze zuzuhalten, dann erscheint es absonderlich, ausgerechnet hier zwei Sätze des Schriftstellers Warlam Schalamow im Kopf zu haben, der seine prägenden Jahre in der Gegend der Kolyma verbracht hat, im sowjetischen Straflager. Im Vorwort zu seinen Erinnerungen fragt Schalamow: „An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie von alldem erzählen?“

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Quelle: F.A.S.
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