FAZ plus ArtikelRisiken sozialer Netzwerke

„Um ältere Erwachsene mache ich mir die größten Sorgen“

Von Fridtjof Küchemann
 - 10:25

In Ihrem Buch „It’s complicated“ aus dem Jahr 2014 schreiben Sie, soziale Netzwerke seien für Teenager attraktiv, weil sie nicht von Eltern oder anderen Erwachsenen kontrolliert werden. Seitdem mussten wir erfahren, dass solche Netzwerke viele Möglichkeiten der Kontrolle, Überwachung und Manipulation bieten. Wie gehen die Teenager von heute mit diesem Wissen um?

Die meisten großen sozialen Netzwerke – wie Facebook – sind nicht länger „cool“, weil Erwachsene in sie eingefallen sind. Deshalb haben sich die Jugendlichen anderen Angeboten zugewendet, die - wie Snapchat - für Erwachsene keinen Sinn ergeben, wie Whatsapp weitaus privater sind oder mit Pseudonym genutzt werden können wie Tumblr. Jugendliche nehmen Überwachung durch solche Menschen äußerst wichtig, die eine direkte Macht über sie haben – Eltern, Lehrer und andere Autoritäten. Über abstrakte Einheiten, Werbevermarkter oder Regierungen machen sich die meisten keine Sorgen. Aber, ehrlich gesagt, den meisten Erwachsenen geht es auch nicht anders. Der Schlüssel zum Verständnis von Privatsphäre ist ihre kontextuelle Verwurzelung: Die Leute schauen meistens darauf, ob sie eine soziale Situation noch kontrollieren können.

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Quelle: F.A.Z.
Fridtjof Küchemann
Redakteur im Feuilleton.
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