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In Bremen

Achtung, marode Schultafeln!

© AP, lfe.

An einer Bremer Schule sind aus Sicherheitsgründen zwölf von 80 Tafeln gesperrt worden. Sie sind laut einem Bericht des „Weser Kuriers“ so marode, dass sie auf Lehrer oder Schüler fallen könnten. Die Tafeln stammten aus den siebziger Jahren, die Schäden seien offensichtlich gewesen. Dennoch habe die Ganztagsschule im Bremer Stadtteil Hemelingen die Mängel nicht behoben, erklärte die Sprecherin von Bildungssenatorin Claudia Bodegan (SPD).

Die Bildungsbehörde des Landes hatte in den vergangenen drei Monaten drei Schulen untersucht, alle weiteren sollen noch überprüft werden. Laut dem Bericht ist zu vermuten, dass an weiteren Schulen ebenso alte Tafeln verwendet werden.

Eine neue Tafel kostet 400 bis 500 Euro. Sollten die Tafeln in den anderen Schulen ähnlich marode sein, könnten die 64 Millionen Euro, die in diesem Jahr in Schulen im Land Bremen investiert werden sollen, knapp werden.

Mobile Tafeln zur Überbrückung

Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Es sei unverständlich, warum die Mängel erst zum Schulbeginn festgestellt worden seien und nicht zu Beginn der Sommerferien, sagte Thomas vom Bruch, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Der finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Klaus-Rainer Rupp, sagte, der Zustand der Tafeln mache den allgemeinen Sanierungsbedarf an Schulen nur augenfällig. Dahinter stecke ein viel größeres Problem. Auch die FDP äußerte Kritik. Das Land Bremen wird von einer rot-grünen Koalition regiert.

Anke Braunschweiger, die Schulleiterin der betroffenen Wilhelm-Obers-Schule, wundert es nicht, dass sich kurz vor der Bundestagswahl so viele Politiker zu den Tafeln ihrer Schule zu Wort melden. Als Beispiel für einen Sanierungsstau tauge ihre Schule allerdings nicht, sagte sie im Gespräch mit FAZ.NET: Das Schulgebäude sei vor einigen Jahren energetisch saniert worden.

Von dem Ergebnis der Überprüfung war sie überrascht. Die Tafel seien zwar so alt wie die Schule selbst, hätten aber bis zuletzt funktioniert. Lehrer seien aber keine Fachleute für Tafelmechanik. Deshalb sei es durchaus sinnvoll, dass Fachleute im Auftrag der Bildungsbehörde alle Schulen überprüfen. Zur Überbrückung würden jetzt mobile Tafeln verwendet.

Laut der KfW-Bankengruppe besteht bei deutschen Schulgebäuden ein Modernisierungsbedarf von 34 Milliarden Euro – ohne die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin einzurechnen. Der Investitionsstau in Schulen erschwere Bildungserfolge vor allem bei sozial schwachen Schülern, heißt es in der Studie der KfW aus dem vergangenen Jahr.

Quelle: lfe.
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