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Projekt Familie

Liebe Leserin, lieber Leser,

 - 17:54
Projekt Familie Bild: Gisela Goppel, FAZ.NET

es gibt nicht allzu viele Filme, die amerikanische Ex-Präsidenten ebenso interessieren wie kleine Mädchen. „My Little Pony“ ist so ein Fall. Die männlichen Fans der Serie, die jetzt als Film im Kino läuft, nennen sich „Bronies“, und kein Geringerer als Bill Clinton verriet seine Sympathie für die Ponys einst durch unerwartete Expertise in einer Quizshow. Auch unser Filmkritiker Dietmar Dath ist begeistert: Die Ponys entdeckten „lieber das Gemeinsame im Vielfältigen, statt Vielfalt stumpf zu fetischisieren“, schreibt er. „Warum Erwachsene sich gerade jetzt einen Kinderfilm anschauen sollten, der diese wertvolle Ponysophie des gerechten Zusammenlebens entfaltet, versteht wohl selbst der verstockteste Esel.“

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Das Gemeinsame im Vielfältigen suchen auch die vier Familien, die Carolin Wiedemann ihre ungewöhnlichen Konstellationen erklärt haben: Da geht es um Kinder, die zwei Mamas und zwei Papas haben, wie Nell und Mia, oder Mama und Papa, die Sex nicht miteinander, sondern mit anderen haben, wie Milla, eine ganze Müttergruppe, wie Tobias, oder eine Neuner-WG, wie Elsa. Und, ist das total unkonventionell? Auf den ersten Blick ja. Aber trotzdem sind sie ganz normale Familien.

Familiengründung, in welcher Konstellation auch immer, ist sowieso gerade ein großes Thema: Für das Jahr 2016 zeichnet sich ein starker Geburtenanstieg ab. Dabei wird es den Eltern nicht immer leicht gemacht, denn die Zahl der Krankenhäuser, die Entbindungen anbieten, nimmt weiter ab. An den tollen Bedingungen für die Geburt liegt der Babyboom also schon mal nicht – Peter-Philipp Schmitt hat drei andere Gründe ausgemacht. Eine davon könnte auch den Rückgang bei den Kaiserschnitten erklären.

Und wenn die Kinder mal da sind, fährt man dann nur noch an die Ostsee? Nichts da: Andreas Lesti war mit seinen beiden Kindern auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff. „Die 'Epic' gilt in der Norwegian-Flotte als besonders kinder- und familienfreundlich. Bei Vollbelegung in den Ferien sind bis zu 1200 Kinder und Jugendliche an Bord“, schreibt er. Die Kinder finden sich bei der Schnitzeljagd ganz gut zurecht – „oder eben so, wie sich eine Vier- und ein Sechsjähriger zurechtfinden in einem 330 Meter langen, 60 Meter hohen und 40 Meter breiten Labyrinth mit 19 Decks, zehn Restaurants, 16 Bars, 3540 Kabinen, mit Kletterwand auf dem Oberdeck und einem knallbunten Wasserrutschen-Ensemble, das jedem Spaßbad einer mittelgroßen Stadt den Rang abläuft“. Seinen Reisebericht lesen Sie hier.

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Action mit Kindern hat eben ihre Zeit – die ruhigen Urlaube kommen dann ja später wieder. Urlaube, in denen man ganze Bücher liest (nicht nur Kurzgeschichten!). Wie so ein Buch überhaupt entsteht und warum ein Autor dafür eigentlich einen Verlag braucht, ist das Thema unserer Erklärkolumne. Der Prozess hat jedenfalls etwas mit der Welt des Pony-Films gemeinsam: Jeder macht das, was er am besten kann. Schwierig wird es nur, wenn Esel ins Spiel kommen.

Einen schönen Sonntag!

Ihre Redaktion

PS: Was können wir verbessern? Schreiben Sie uns an Familie@faz.de.

Quelle: FAZ.NET
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