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Stärkung für die Buchrücken der Welt: Die Frankfurter Buchmesse 2002

 - 19:52

An diesem Montag ist die 54. Frankfurter Buchmesse mit einer guten Nachricht zu Ende gegangen: Genau 265.697 Besucher konnten die Veranstalter in diesem Jahr zählen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem an den Publikumstagen ist die Messe deutlich besser besucht worden als zuvor, und schon überlegt man sich bei den Organisatoren, im nächsten Jahr am Wochenende sogar bis 22 Uhr zu öffnen.

Auch über die Zukunft des "Futura Mundi" genannten Zukunftskongresses, der in diesem Jahr erstmalig auf der Buchmesse stattfand, machen sich die Organisatoren Gedanken. Gerade 450 Besucher lockte die Tagung unter dem Thema „Bridges For A World Divided“ ins Messe-Forum. Dabei hatte der Anfang Juli geschasste Messechef Lorenzo Rudolf „Futura Mundi“ als Nachfolger der Länderschwerpunkte gedacht, in denen er ein Auslaufmodell sah.

Veränderungen und Fortsetzungen

Rudolf-Nachfolger Volker Neumann hat inzwischen laut darüber nachgedacht, ob der Kongress nicht besser zeitlich von der Messe entkoppelt würde. Die Verleger und Buchagenten, für die das Tagungsprogramm entwickelt worden sei, wären zu Messezeiten einfach mit anderen Dingen beschäftigt. Kein Wunder, dass über zwei Drittel der Zuhörer Journalisten waren.

Neumann will die Länderschwerpunkte keineswegs ersetzen. Mit Russland als Gastland im kommenden Jahr hat die Messe auch wieder ein literarisches Schwergewicht eingeladen. Allerdings hat der Auftritt Litauens unter dem weisen Motto "Fortsetzung folgt" in diesem Jahr gezeigt, dass auch mit niedrigem Budget und in kurzer Vorbereitungszeit eine durchaus respektable Präsentation als Gastland möglich ist.

Gastland und Gespräche

FAZ.NET stellt litauische Autoren und ihre Bücher vor, hat mit dem Leiter des Goethe-Instituts in Vilnius über den großen Kraftakt des kleinen Landes gesprochen, auf der Buchmesse aufzutreten, bespricht die Ausstellung eines litauischen Fotokünstlers und eine Theaterinszenierung. Ein Dossier, das das Gastland als Reiseland vorstellt, komplettiert das Angebot.

Auf der Buchmesse hat FAZ.NET Gespräche mit dem Soziologen Ralf Dahrendorf, der gerade seine Memoiren veröffentlicht hat, und dem Politikwissenschaftler und Israel-Kritiker Norman Finkelstein geführt, mit den Schriftstellern Georg Klein („Von den Deutschen“) und („Zonenkinder“) - und mit dem Comic-Künstler Lewis Trondheim, der im Comic-Schwerpunkt der Buchmesse mit einer Einzel-Ausstellung gewürdigt wurde.

Ehrungen im Umfeld

Der nigerianische Autor Chinua Achebe wurde am Messe-Sonntag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewürdigt, und am Donnerstag erreichte die Nachricht der Schwedischen Akademie, dass der ungarische Schriftsteller Imre Kertész den Literaturnobelpreis erhalten soll, die auf der Messe versammelte Branche.

Ausgewählte Sachbuch- und Belletristik-Rezensionen aus der zur Buchmesse erscheinenden Literaturbeilage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ komplettieren das FAZ.NET-Spezial.

Quelle: @kue
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