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Die Illusion der Anonymität in Big Data

Von Anna-Lena Niemann
 - 18:30

Wirklich anonym ist niemand, der im Netz unterwegs ist. Was aber passieren kann, wenn sich Nutzer in digitaler Privatheit wähnen, hat jetzt ein Team von Journalisten des niederländischen Magazins „De Correspondent“ gezeigt. Sie haben öffentlich zugängliche Daten der Fitness-App „Polar“ ausgewertet. Über deren Funktion „Explore“, die zeigt, welcher Nutzer wann welche Route läuft, konnte das Team weltweit 6460 Menschen identifizieren. Unter ihnen Angehörige von Militär und Geheimdiensten. Deren private Wohnsitze waren schnell entdeckt. Man musste nur die Anfangs- und Endpunkte der Joggingrouten vergleichen.

Doch vom individuellen zum kollektiven Sicherheitsrisiko ist es nicht weit, wenn der sportliche Fortschritt auch im Dienst verfolgt werden soll. So konnten die niederländischen Journalisten unter anderem die genauen Geodaten von 125 Militärbasen, vier Botschaften, sechs Drohnenbasen, achtzehn Geheimdienststellen und 48 Lagerstätten von Nuklearwaffen ausfindig machen. Alles über eine Fitness-App, ohne irgendeine Firewall zu hacken. Nach der Veröffentlichung erklärte das finnische Unternehmen „Polar“ am Montag, man habe die Explore-Funktion zeitweise deaktiviert.

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Quelle: F.A.Z.
Anna-Lena Niemann
Volontärin.
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