Bildungs-Meldungen

EuGH: Schul-Homepages müssen bei Bildrechten aufpassen

 - 16:26

Auch Schüler und Schulen dürfen im Internet frei zugängliche Bilder nicht ohne Einwilligung des Fotografen für online veröffentlichte Referate nutzen. Abgesehen von klar definierten Ausnahmen stelle jede Nutzung eines Werks durch einen Dritten ohne eine vorherige Zustimmung eine Urheberrechtsverletzung dar, urteilte der Europäische Gerichtshof am Dienstag in Luxemburg. Dabei spiele es keine Rolle, ob das Werk von einer anderen Internetseite problemlos herunterzuladen sei oder nicht. Auch der schulische Kontext und die nicht vorhandene Gewinnerzielungsabsicht sind demnach irrelevant.

Hintergrund des EuGH-Urteils war ein Streitfall aus Deutschland. Ein Berufsfotograf hatte das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Waltrop auf Unterlassung und 400 Euro Schadenersatz verklagt, weil auf der Internetseite der Gesamtschule Waltrop ein von ihm aufgenommenes Foto der spanischen Stadt Córdoba erschien.

Eine Schülerin hatte das Bild von der Seite eines Online-Reisemagazins kopiert, wo es ohne Angaben zum Urheber stand. Der Fotograf argumentierte, er habe nur dem Reisemagazin ein einfaches Nutzungsrecht überlassen. Die Nutzung auf der Schulwebseite ohne seine Zustimmung verletze seine Rechte.

Zur Klärung des Falls hatte der Bundesgerichtshof den EuGH um Auslegung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie gebeten. Der BGH dürfte nun im Sinne des Fotografen entscheiden.

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Erzieher mit DDR-Ausbildung sollen Schüler unterrichten

Wegen des Lehrermangels erkennt Thüringen fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung DDR-Lehrbefähigungen von Erziehern an. Nach Angaben des Bildungsministeriums von Montag betrifft die Entscheidung rund 1000 Hortner, die zu DDR-Zeiten in der Regel am Institut für Lehrerbildung ausgebildet wurden und eine Lehrbefähigung erworben hatten. Zuvor hatten Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet. Bisher hätten sich laut Ministerium rund 150 Pädagogen bereit erklärt, zu unterrichten. Wie viele davon tatsächlich eingesetzt werden, sei noch unklar, hieß es aus dem Ministerium.

Insgesamt arbeiten 2900 Erzieher an Grundschulhorten im Freistaat. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg werden die Erzieher mit DDR-Lehrbefähigung schon länger eingesetzt.

Bis zu sechs Unterrichtsstunden pro Woche sollen die Thüringer Erzieher mit Lehrbefähigung an Grundschulen übernehmen dürfen - dabei soll eine Unterrichtsstunde mit 1,5 Zeitstunden berechnet werden. Die betroffenen Erzieher könnten ihre Stundenumfänge und damit ihr Gehalt aufbessern, hieß es im Bildungsministerium. Zugleich werde mit der Regelung ein Betrag zur Unterrichtsabsicherung geleistet.

Weil der Unterricht ausgefallen ist, standen zum Ende des vergangenen Schuljahres auf Zeugnissen von 256 Schulklassen in einzelnen Fächern keine Noten. Am häufigsten betroffen waren nach Daten des Bildungsministeriums die Fächer Musik (33,9 Prozent), Evangelische Religionslehre (17,6 Prozent) und Kunst (12,9 Prozent).

In anderen ostdeutschen Bundesländern werden die Hortner mit DDR-Lehrbefähigung schon länger für den Unterricht eingesetzt. Nach Angaben des brandenburgischen Bildungsministeriums konnten sich Erzieher mit Lehrbefähigung gleich nach der Wende als sogenannte Lehrer unterer Klassen an Grundschulen anstellen lassen, wenn die Voraussetzungen passten. Teils seien aber noch Zusatzqualifikationen nötig gewesen. Anders als in Thüringen geplant, arbeiten diese Erzieher seitdem aber voll als Grundschullehrer.

In Thüringen soll dagegen der Einsatz für den Unterricht befristet, in der Regel für die Dauer von einem Schuljahr erfolgen. Laut Bildungsministerium müsse die Erziehertätigkeit weiterhin überwiegen.

In Sachsen-Anhalt können Erzieher mit Lehrbefähigung seit rund zwei Jahren auch an Grundschulen unterrichten. Nach Angaben des Bildungsministeriums in Magdeburg können auch Pädagogen an Förderschulen, die eine Lehrbefähigung aus DDR-Zeiten haben, Lehrerstellen an Förderschulen bekommen.

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Immer mehr Nachhilfeschüler in Bayern

Wer Nachhilfe bekommt, hat schlechte Noten - oder? In Bayern stimmt das schon lange nicht mehr. Immer mehr Kinder und Jugendliche bekommen Nachhilfe, auch wenn sie es nicht unbedingt brauchen.

München (dpa/lby) - Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Bayern bekommen Nachhilfe. Dies hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. So verzeichnet das Nachhilfeinstitut Studienkreis für das zu Ende gegangene Schuljahr 2017/18 einen Zuwachs von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Schuljahr davor. Das Institut Kumon verzeichnet sogar einen Anstieg von 21 Prozent in den vergangenen drei Schuljahren.

„Solche Steigerungen gibt es aber nicht immer“, sagt Thomas Momotow vom Nachhilfeinstitut Studienkreis, das zu den Marktführern in Bayern zählt. „Jahrelang war der Nachhilfemarkt stabil auf einem relativ hohen Niveau.“ Stabile Zahlen verzeichnet auch die Konkurrenz Schülerhilfe. „Allerdings beobachten wir, dass im Laufe der Jahre mehr gute Schüler zu uns kommen, die freiwillig eine bestmögliche Note in der Abschlussprüfung erreichen möchten“, sagt Sabine Angelkorte, Pressesprecherin der Schülerhilfe.

Wie viele Schülerinnen und Schüler in Bayern vergangenes Schuljahr Nachhilfe genommen haben, lässt sich kaum feststellen. Zu viele Nachhilfeinstitute kämpfen um das lukrative Geschäft mit guten Noten. Allein Studienkreis hat in Bayern rund hundert Schulen, etwa 10.000 Kinder und Jugendliche lernen dort. Schülerhilfe bietet in 141 Schulen in Bayern Nachhilfe an, davon befinden sich 14 in München.

Fast 65 Prozent der Nachhilfeschüler haben bei Studienkreis im vergangenen Schuljahr Nachhilfe in Mathematik bekommen, 22 Prozent in Englisch oder Deutsch. „Doch den typischen Nachhilfeschüler gab es noch nie und gibt es immer weniger.“ Viele bekommen schon in der dritten Klasse Nachhilfe für den Übertritt auf Realschule oder Gymnasium. Immer mehr Schüler nehmen Nachhilfe, obwohl sie es eigentlich nicht brauchen, sagen die Experten.

Quelle: dpa
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