Interview-Reihe „Auf ein Wort“

Die Bibliothek schließt zu früh

Von Nils Westerhaus
 - 10:27

Was liegt an in dieser Woche?

Moritz Bauer: Im Moment besuche ich Seminare und Vorlesungen, auf die ich mich vorbereiten muss. Es ist der normale Uni-Alltag. Erst im Juli muss ich Referate halten, und zum Abschluss des Semesters werde ich Klausuren schreiben.

Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

Im Studium der Politikwissenschaften ist es die Aktualität, mit der wir Themen besprechen, die mir gefällt. Das Studium der Geschichte hilft, die Dinge auch einordnen zu können.

Und was stört Sie?

Die beiden Studienfächer sind zum Teil sehr theorielastig, und es fällt schwer, eindeutige Annahmen zu treffen. Aber damit muss ich wohl leben.

Was wollten Sie Ihrem Hochschulpräsidenten schon immer mal sagen?

Die Bibliothek für Geisteswissenschaften hat zurzeit nur vormittags geöffnet. Das geht eigentlich nicht. Generell habe ich das Gefühl, dass die geisteswissenschaftlichen Fächer an dieser Universität nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Ihr Lieblingsort an der Hochschule?

Ich bin gerne in der Mensa. Nicht nur, um zu essen, sondern auch, um Freunde zu treffen. Sie ist mein sozialer Mittelpunkt. Im Sommer mag ich es dort noch lieber. Dann kann man auch draußen sitzen.

Und wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

Wenn ich nicht müsste, würde ich wahrscheinlich nicht in die Bibliothek gehen, weil ich meine Zeit einfach lieber draußen verbringe.

Wo ist an der Hochschule der beste Ort zum Flirten?

Am ehesten wahrscheinlich in der Mensa oder in der Bibliothek. Wenn man hier jemanden kennengelernt hat, dann sollte man unbedingt in den Herrngarten gehen.

Wo wohnen Sie?

Ich wohne derzeit bei meinen Eltern in Kelkheim im Taunus,

Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

Meine Eltern geben mir Geld.

Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

Wenn ich mich einfach nur mit Freunden unterhalten möchte, gehe ich gerne ins Extrablatt. Sonst gehe ich in den Schlosskeller. Da ist mehr los, und man trifft immer jemanden. Der Schlosskeller wird von Studenten betrieben.

Was gefällt Ihnen an Darmstadt, was nicht?

Obwohl ich eigentlich nur zum Studieren nach Darmstadt gekommen bin, gefällt es mir hier mittlerweile ganz gut. Besonders mag ich den Herrngarten. Es gibt trotzdem Sachen, die mich stören. Ich fahre aus Kelkheim mit dem Auto zur Uni, und da nerven die vielen Baustellen einfach. Dass es an der Universität so wenige Parkplätze gibt, ist für mich ein Problem.

Was wollen Sie nach dem Studium machen?

Ich würde gerne ein Pädagogikstudium anschließen, um Lehrer werden zu können.

***

Moritz Bauer, 24 Jahre, Technische Universität Darmstadt, 4. Semester Politik und Geschichte

Aufgezeichnet von Nils Westerhaus.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite