Sammlung Alfred Ziffer

Die teure kleine Zofe

Von Brita Sachs
 - 10:00

Eine kleine Kammerzofe mit Hündchen im Arm erlebte bei Neumeister in München im Rahmen der zu guten Preisen neu verteilten „Sammlung Ziffer“ eine denkwürdige Karriere. Sie blickt allerdings auf eine spannende Vergangenheit zurück: Nach Franz Anton Bustellis Modell geformt, verließ sie um 1755 den Brennofen der Nymphenburger Manufaktur, wurde bemalt und zog in die Welt.

Mehr als zwei Jahrhunderte später sieht man sie in der Kollektion John W.Christner in Dallas wieder und 1979 auf der Auktion derselben bei Christie’s in New York. Janiece Christner hatte eine Sammlung europäischer Porzellane vom Feinsten aufgebaut – nur leider mit erschlichenen Dollarmillionen. Dass sie nach einem wohl vorgetäuschten Raubüberfall als Trickbetrügerin verfolgt wurde und außer Landes floh, mindert die Qualität ihrer Objekte freilich nicht.

Zuletzt war das Rokoko-Zöfchen beim Porzellan-Experten Alfred Ziffer. Auf 2000 bis 2400 Euro taxiert, betrat es die Auktionsbühne vor einer Reihe von Bietern, dann aber trieb das Figürchen ein Duell ausdauerndster Art hoch – auf 62.000 Euro: Mit Aufgeld kostet es den siegreichen deutschen Privatsammler 78.000 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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