<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Bücher bei Zisska & Lacher

Totentanz und Quadrille

Von Brita Sachs
 - 15:08
zur Bildergalerie

Ist die kleine Hemmschwelle vor dem Thema erst einmal übersprungen, stellt sich die Sammlung von 35 Losen rund um den Tod als recht unterhaltsames Potpourri heraus. Sie steckt in der Fülle von mehr als 2000 Nummern mit Büchern, Graphik und Fotografie, die Zisska&Lacher vom 7. bis zum 9.November in München versteigert.

Dabei handelt es sich keineswegs nur um die „Ars moriendi“, also die gründliche Vorbereitung des Christenmenschen auf ein seliges Ende durch ein gottgefälliges Leben. Vielmehr geht es auch um blutsaugende Tote, deren Kauen und Schmatzen in ihren Gräbern; um Rettungsaktionen an Scheintoten und das Verhindern des Lebendigbegrabens in Abhandlungen des späten 18.Jahrhunderts – und um eine Hinrichtung. Es geht um „Stimmen aus dem Jenseits“ und die „grausame Geschichte“ eines habgierigen Bauernpaars und seinen Weg in die Hölle, netterweise in Gedichtform. Der Totentanz wird gründlich behandelt, und eine Sammlung Leichenpredigten kann Geistlichen bei Begräbnissen von Kindern, Armen, Reichen, Fremden, Honoratioren und überhaupt an jedem Grab unter die Arme greifen; die Exempel stammen aus der Zeit von 1589 bis 1988. Weder fehlt „Wie die Alten den Tod gebildet“, Lessings Streitschrift zu ikonographischen Fragen von 1769, noch „Aladins Problem“, Ernst Jüngers Novelle aus dem Jahr 1983. Die Schätzungen für die teils raren oder bislang auch unbekannten Drucke reichen von hundert bis 500Euro.

Zurück ins pralle Leben führt dann gleich im Anschluss die Abteilung „Gastronomie“. Dort findet sich das wohl erste Lehrbuch der bürgerlichen Küche: Balthasar Staindls „Kuochbuch... Sampt etlichen fast Nutzen bewärten Hawßnoturfften oder künsten...“, in der Erstausgabe von 1544, gedruckt in Augsburg; die Taxe lautet auf 10000 Euro. Lebenslust spricht auch aus der Darstellung eines Kostümfests, das König LudwigI. von Bayern 1835 für den hohen Adel ausrichtete: Kürzingers und Nachtmanns „Quadrilles parées costumées...“ dokumentiert die phantasievollen, Trachten verschiedener Völker imitierenden Verkleidungen, ist hübsch anzusehen und interessant für die Kostümkunde (Taxe 6000 Euro).

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite