Art Cologne

Doch noch mal scharf nachdenken

 - 11:20

Am nächsten Donnerstag beginnt in Köln die 50. Art Cologne, und das ist schön. Weniger schön ist, dass für das kommende Jahr die 51.Ausgabe des Kölner Kunstmarkts für das letzte Aprilwochenende angekündigt wurde, also genau parallel zum ebenfalls schon traditionellen Gallery Weekend in Berlin. Das hat ein bisschen Erregungspotential aktiviert; schuld daran soll eine Sportmesse sein. Am besten liest man deshalb einmal nach – nämlich die Terminankündigungen der Koelnmesse für 2016 und 2017: In diesem Jahr findet die Sportmesse Fibo vom 7. bis zum 10. April statt und die Art Cologne vom 14. bis zum 17. April. Für 2017 kündigt der Kölner Messekalender die Fibo für den 6. bis zum 9.April an – und die Art Cologne für den 28. April bis zum 1. Mai. Was also stimmt, ist, dass, bleibt es bei diesem Termin, im kommenden Jahr die Art Cologne mit dem Gallery Weekend in Berlin kollidiert. Diese Nachricht hat zuerst das Kunstmagazin „Monopol“ verbreitet. Eine Falschmeldung freilich ist, was innerhalb von Tagen daraus gemacht wurde, dass nämlich die Art Cologne der Vergrößerung der Fitnessmesse zu weichen hätte. Und laut Benjamin Agert, dem Pressesprecher der Art Cologne, ist überhaupt alles anders: Er erklärt auf Anfrage, dass die Verlegung auf Ende April keineswegs mit der (nie geplanten) Ausweitung einer anderen Messe zu tun habe, sondern ausschließlich mit – den Osterferien, die 2017 vom 10. bis zum 23. April dauern. Denn Daniel Hug, der Leiter der Art Cologne, habe in früheren Jahren die Erfahrung gemacht, dass während der Osterferien nicht die gleiche Qualität und Quantität an Sammlern die Messe besuche. Deshalb, so Agert, habe man in Köln „keine andere Wahl“. Und beharrt notgedrungen tapfer auf der Chance, Synergien mit Berlin zu erzeugen. Es verwundert kaum, dass diese Zuversicht in Berlin gar nicht geteilt wird. Wie auch? Ist es doch wenig realistisch, dass sich die Berliner Galeristen, von denen immerhin derzeit gut zwanzig auf der Art Cologne ausstellen, ausgerechnet während ihres wichtigsten Termins im ganzen Jahr zweiteilen wollen (oder auch nur können). Dasselbe gilt für das an beiden Orten so heiß ersehnte, am liebsten internationale Publikum. Noch ganz abgesehen davon, dass zu den jeweiligen begehrten Events des Sehens und Gesehenwerdens außen herum niemand von der kaufkräftigen Kundschaft seine Avatare zwischen Berlin und Köln verschicken kann. Ob da deutsche Schulferien so ein richtig gutes Argument sind?

Quelle: rmg/ F.A.Z.
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