Kunstmarkt
Auktion in Ahrenshoop

Immer am Strand entlang

Von Camilla Blechen
© Katalog, F.A.Z.

Noch immer gelangen privat gehütete Werke von Mitgliedern der Ahrenshooper Künstlerkolonie in den Handel, demnächst am 5. August auf der 43. Kunstauktion in der Strandhalle des beliebten Ostseebads. Mit gleich vier landschaftlichen Motiven vertreten ist Paul MüllerKaempff, ein Mitbegründer der Gruppe. Das teuerste Bild darunter, der „Weg nach Althagen“, soll 5800 bis 6200 Euro einspielen. Bereits 1894 malte Elisabeth von Eicken einen von Birken gerahmten Tümpel „Im Darßwald“ in den flammenden Farben des Herbstes (Taxe 3500/4500 Euro). Mutmaßlich Monets berühmtem Sujet nacheifernd, kaprizierte sich Elisabeth Büchsel auf vier monumental wirkende „Heuschober“ (2200/ 2400). Als Mitglied der Künstlerkolonie in Schwaan erblickte Rudolf Bartels seine Heimatstadt im Schnee unter einem lichtblauen Firmament (10500/12500).

Mit Karl Schmidt-Rottluffs Holzschnitt „Dünenlandschaft mit Sonne“ von 1912 löst der Expressionismus die Tonmalerei des 19.Jahrhunderts ab (8500/9500). Etwas später fixierte Heinrich Campendonk in derselben Technik einen „Weiblichen Akt mit Ziege vor einem Haus“ – eine ikonographische Seltsamkeit (1200/ 1600). In den dreißiger Jahren häufig Gast auf dem Fischland, hielt der gebürtige Hamburger Carl Lohse einen „Strand vor Sonnenaufgang“ in Ocker und düsteren Brauntönen fest (3800/4200).

Der Dresdner Maler und Fotograf Edmund Kesting entfachte 1969 in einer seiner letzten Schöpfungen, der „Großen Darßsinfonie“, ein Feuerwerk der Farben (5200/5600). Nüchterner, dabei doch ansprechend hielt der 1911 geborene Ulrich Knispel den mit Fischerkram bedeckten „Strand in Ahrenshoop/Wustrow“ 1951 in einer großformatigen Tuschezeichnung fest (2200/2600). Zwanzig Jahre später schildert Hans Ticha mit boshaftem Pinsel das lachhafte Angebot eines „Fischladens“ (3600/4200).

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite