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Kokoschka zeichnet Kanzler Schmidt

Von Stefan Koldehoff
 - 10:11

Das große Adenauer-Porträt von Oskar Kokoschka, das jahrzehntelang in einem Sitzungsraum der CDU-Fraktion hing, bis es die Kanzlerin zu sich ins Amtszimmer holte, kennt inzwischen jeder. Dass der Maler nicht auf die Christdemokraten fixiert war, ist dagegen weniger bekannt: Im Lauf der Jahrzehnte malte er mit Theodor Heuss auch einen Liberalen – und mit Helmut Schmidt einen Sozialdemokraten.

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Im Herbst 1976 hatte der Bundeskanzler Schmidt den Künstler in dessen Haus in Villeneuve am Genfer See besucht. In seinen Memoiren erinnerte sich Schmidt daran: „Dort kam es zu langen Gesprächen mit ihm und seiner Frau Olda. Während der Gespräche zeichnete er mich – aber die Kraft des damals bereits 90-jährigen Mannes reichte für ein Porträt nicht mehr aus. Mir schien es, als ob die Zeichnungen weniger Ähnlichkeit mit mir, dafür aber mehr Ähnlichkeit mit ihm selbst hatten – so wie er sich in seiner Erinnerung als einen etwas jüngeren Mann selber sah.“ Dennoch hing eine monogrammierte und datierte Fassung des gezeichneten Bildnisses vier Jahrzehnte lang in Schmidts Haus in Hamburg-Langenhorn.

Aus dem Nachlass seiner letzten Lebensgefährtin Ruth Loah kommt das 66 mal 48 Zentimeter große Blatt nun am 3. September in Schloss Ahlden zum Aufruf. Der Schätzpreis beträgt 14 500 Euro. Ebenfalls angeboten wird eine mit Amethysten besetzte goldene Zigarettenschatulle mit Bundesadler, die der Bundespräsident Walter Scheel Schmidt 1978 zu dessen sechzigstem Geburtstag schenkte – als Ehrengabe anstelle des Bundesverdienstkreuzes, das Helmut Schmidt mehrfach abgelehnt hatte (Taxe 26 500 Euro).

Quelle: F.A.Z.
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