Kunstmarkt
Impressionisten-Auktion

Sie redet nicht nur von Siegen, sie hilft dem Museum

Von Rose-Maria Gropp

Barbara Lambrecht-Schadeberg ist seit Jahrzehnten eine Wohltäterin, ihr mäzenatisches Engagement auf dem Feld der Kultur gilt vor allem der Kunst, der Musik und der Literatur. Geboren 1935 im Siegerland, studierte sie Jura in Freiburg, Heidelberg und München. Schon 1961 wird sie Mitgesellschafterin der Krombacher Brauerei in Kreuztal, gemeinsam mit ihrem Bruder Friedrich Schadeberg und dessen Kindern steht sie dem Unternehmen als Miteigentümerin bis heute vor.

Im Jahr 1997 gründete Barbara Lambrecht die Peter-Paul-Rubens-Stiftung, mit der sie den Aufbau des Museums für Gegenwartskunst in Siegen maßgeblich unterstützt. Die Erträge ihrer Stiftung fließen in den Betrieb des 2001 eröffneten Museums. Ihre eigene Sammlung mit Werken der Künstler, die den alle fünf Jahre vergebenen Rubenspreis der Stadt Siegen, wo der Maler 1577 geboren wurde, erhalten haben, stellt sie dem Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung. Die Preisträger waren seit 1997 Lucian Freud, Maria Lassnig, Sigmar Polke, Bridget Riley und ganz aktuell Niele Toroni. Die Rubenspreis-Sammlung besteht aus Werkgruppen sämtlicher bisherigen Gewinner und wird durch Arbeiten der künftigen Preisträger ergänzt werden.

Nun geht Barbara Lambrecht einen weiterer großen Schritt als Mäzenin: Sie lässt ihre private Kollektion mit 43 Werken des Impressionismus und der Moderne versteigern, die sie in den siebziger und achtziger Jahren aufbaute. Der gesamte Erlös, der auf zehn bis fünfzehn Millionen Pfund geschätzt wird, fließt in die Rubenspreis-Sammlung des Museums in Siegen. Am 28. Februar kommen bei Christie’s in London in der Abendauktion mit Impressionismus und Moderne die ersten fünfzehn Gemälde zum Aufruf. Darunter sind zwei Bilder von Berthe Morisot, die hübsche „Femme en noir“ in Theaterrobe (Taxe 600 000/800 000 Pfund), die vermutlich 1876 auf der zweiten Impressionisten-Ausstellung in Paris zu sehen war, und „Femme et enfant au balcon“ (1,5/2 Millionen).

Die höchste Erwartung gilt Claude Monets „Les Bords de la Seine au Petit-Gennevilliers“ von 1874 mit einer Schätzung von zwei bis drei Millionen Pfund. Die Anhänger der erotischen Bilder von Kees van Dongen werden Freude an „Les deux Anges“ von 1907/09 haben (400 000/ 600 000). Die restlichen 28 Werke werden in weiteren Auktionen am 28. Februar und am 1. März in London versteigert. Christie’s versichert übrigens, dass sämtliche Werke nach Inkrafttreten der Novelle des deutschen Kulturgutgesetzes im August 2016 exportiert wurden.

Quelle: F.A.Z.
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