Kunstmarkt
Sotheby’s Alte Meister

Ein früher Cowboy

© Sotheby's, rmg/F.A.Z.

Den höchsten Preis in der New Yorker Abendauktion mit Alten Meistern bei Sotheby’s erzielte die große Ölstudie eines Reiters von Peter Paul Rubens, die bis vor kurzer Zeit noch als von der Hand eines Nachfolgers Anthonis van Dycks galt. Mit 4,3 Millionen Dollar, inklusive Aufgeld sind das gut 5,07 Millionen, hängte der Cowboy aus dem frühen 17. Jahrhundert auf seinem hübschen Schecken die Taxe von einer bis 1,5 Millionen Dollar deutlich ab. Orazio Gentileschis kleine Holztafel mit dem Kopf einer unbekannten jungen Frau, einst im Besitz des englischen Königs Karl I. (F.A.Z. vom 21. Januar), blieb mit dem Zuschlag bei 1,5 Millionen Dollar unterhalb ihrer Schätzung von zwei bis drei Millionen Dollar. Der Grund könnte sein, dass es sich möglicherweise um den Ausschnitt eines zuvor größerformatigen Gemäldes handelt. Zu der empfindlichen Anzahl von 22 Rückgängen (bei insgesamt 56 Losen) zählt ein spanisches Küchenstillleben mit der hohen Erwartung von 1,5 bis zwei Millionen Dollar, dessen Zuschreibung an Velázquez wohl doch keinem Kenner plausibel war.

Es gab aber auch drei Rekorde: Die Nachtszene einer „Jungen Frau, die einen Spinnrocken vor eine Kerze hält“ vom Antwerpener Caravaggisten Adam de Coster schaffte bemerkenswerte 4,1 Millionen Dollar (Taxe 1,5/ 2 Millionen); mit Aufgeld bezahlt der ungenannte Käufer 4,85 Millionen Dollar für das geheimnisvolle Bild. Vom Amsterdamer Rembrandt-Schüler Willem Drost kam eine „Flora“, die während seines Aufenthalts in Venedig, in der Nähe Tizians, entstand. Floras Sinnlichkeit brachte ihr ein starkes Gebot von 3,9 Millionen Dollar ein, gegenüber der Taxe von nur 400 000 bis 600 000 Dollar.

Die 140 mal 180 Zentimeter großen „Badenden bei San Niccolò“ des Florentiner Manieristen Domenico Cresti, genannt Il Passignano, kamen auf ein Gebot von 600 000 Dollar, zwar unter der Erwartung von 700 000 bis 800 000 Dollar, dennoch ein neuer Höchstpreis. Der Anteil von privatem Engagement in der Auktion sei hoch gewesen, verlautet von Sotheby’s, auch aus Asien und Russland.

Quelle: rmg/F.A.Z.
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