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Vorschau Karl & Faber

Gotisches Rauchfass

Von Brita Sachs
 - 14:54
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Die Altmeister-Offerte in Karl & Fabers Auktionen am 9.November in München bietet eine „Thronende Madonna mit Kind“, deren Autor neueste Forschung in einem um 1500 in Mailand aktiven Maler aus der Nähe des Bernardo Zenale vermutet. Die Tafel, die wohl den Mittelteil eines Polyptychons bildete, befand sich seit mindestens 1882 im Besitz der Düsseldorfer Künstlerfamilie Sohn-Rethel (Taxe 18000/20000 Euro). Alfred Rethel, dessen Schwiegervater das Werk zuvor besessen haben soll, tritt später selbst mit einem Bildnis der Sophie Flüggen auf den Plan, der Schwester eines Malerfreunds (1200). Nicolaes van Veerendael aus Antwerpen signierte 1672 sein prächtiges Bouquet aus Wild- und Zuchtblumen, das bis zu funkelnden Wassertropfen nichts an Detailrealismus zu wünschen übriglässt (50000/60000). Auf Pieter de Rings Früchtestillleben sind es blanke Trauben und ein halbvolles Weinglas, die das Licht reflektieren (30000/40000).

Dem jungen Anselm Feuerbach konnte ebendie Ölstudie einer stimmungsvollen italienischen Landschaft gegeben werden, die er 1856 in Rom als eines von zehn (ansonsten verschollenen) Ovalbildchen schuf (6000/8000). Ebenfalls in Öl skizzierte Spitzweg eindrucksvoll den letzten Streifen Tageslicht am Horizont einer flachen Landschaft (15000/ 20000). Franz Lilienthal, einen Studienfreund von der Pariser Académie Julian, porträtierte Corinth 1889 im Dreiviertelprofil vor rotem Grund, so dass Nase und Schnauzer voll zur Geltung kommen (25000/30000). Fidus’ lebensreformerische Vorstellungen treten in einer Reihe Zeichnungen zutage, zu finden in der mit solider Qualität gefüllten Papier-Abteilung. Ebenso Thomas Enders Aquarell einer in Landschaft gebetteten Salzburg-Ansicht aus dem Nachlass von Barbara Göpel (2500) oder ausgezeichnete Studien des als Aquarellist noch zu entdeckenden Ludwig Deurer (von 1200 Euro an). Adolf von Hildebrands Kreidezeichnung eines Puttos mit Delphin liegt bei 6000 bis 7000 Euro. Eine rheinische Privatsammlung lieferte niederländische Altmeisterzeichnungen des 17. und 18.Jahrhunderts ein, deren Preisspitze Allaert van Everdingens „Fischer am Strand“ mit 12000 bis 15000 Euro belegt.

Am Anfang des Katalogs für Druckgraphik kämpfen Mantegnas Seegötter auf einem Frühdruck dieses Kupferstichs (10000/13000), gefolgt von einer reich bestückten Dürer-Suite, die sein „Heiliger Eustachius“ mit 150000 bis 180000 Euro anführt. Schongauers prächtiger, sehr seltener Kupferstich eines gotischen Rauchfasses (120000/140000) steht zur Verfügung und eine große Gruppe Rembrandt-Radierungen, samt „Adam und Eva“ (80000/100000).

Quelle: F.A.Z.
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