FAZ plus ArtikelRegisseur Michael Haneke

Ich erwarte, dass man mich fordert

Von Stephan Löwenstein, Wien
 - 07:32
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Herr Haneke, die Ufa plant, eine neue Serie zu produzieren: „Kelwins Buch“. Sie sind als „Showrunner“ vorgesehen, sollen also die künstlerische Gesamtverantwortung haben. Worum wird es in der Serie gehen?

Ich schreibe den Film und werde auch die ersten zwei, drei Folgen inszenieren. Für den Rest bin ich Showrunner, überwache also, wie es weitergeht. Es ist ein Film, der gleichzeitig morgen spielt und vorgestern. Gezeigt wird die Geschichte einer Handvoll Jugendlicher in einer nicht allzu fernen Zukunft, die auf der Reise von einer Stadt, in der sie leben, in eine andere in dem Land zwischen diesen Städten notlanden müssen. So werden sie mit dem wahren Gesicht des Staates konfrontiert, aus dem sie kommen. Mehr will ich davon nicht erzählen.

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Michael Haneke und „Kelwins Buch“

Michael Haneke, der Regisseur und Drehbuchautor, gebürtig 1942 in München, aufgewachsen in Wien, begann seine Karriere als Dramaturg beim Südwestfunk in Baden-Baden. Seine ersten Filme drehte er Mitte der siebziger Jahre fürs Fernsehen. Seit den neunziger Jahren tritt er mit herausragenden Kinoproduktionen (“Funny Games“, „Die Klavierspielerin“, „Caché) hervor, für die ihm Ehrungen sonder Zahl zuteil wurden. Für seinen Film „Das weiße Band“ bekam er 2009 auf den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme. Diese wurde ihm auch 2012 für „Liebe“ verliehen, im Jahr darauf erhielt Haneke für diesen Film den Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ und einen Golden Globe Award. An der Wiener Filmakademie lehrt Haneke als Professor für Regie.

„Kelwins Buch“ handelt, so die Synopsis, von einer Handvoll junger Menschen in einer nicht allzu fernen Zukunft, die auf der Flugreise außerhalb der Grenzen ihrer Heimat notlanden müssen und „zum ersten Mal mit dem eigentlichen Antlitz ihres Heimatstaates konfrontiert werden“. Die zehnteilige „High End Drama-Serie“ wird von Ufa Fiction und Fremantle Media für den internationalen Markt produziert. Dass „Europa größter Filmemacher“ sich seriellem Erzählen zuwende, sei eine „kleine Sensation“, sagt Ufa-Chef Nico Hofmann. Die Serie werfe „einen vielschichtig irritierenden Ausblick auf die Frage, nach welchen Grundsätzen wir leben möchten“. F.A.Z.

Das Gespräch führte Stephan Löwenstein.

Quelle: F.A.Z.
Stephan Löwenstein
Politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.
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