Freiburg-„Tatort“ startet gut

Die sind so schön realitätsnah

 - 12:46

Nach der Premiere des Schwarzwald-„Tatorts“ im Ersten arbeiten die beiden Hauptdarsteller Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner schon an neuen Folgen. Ihre Figuren würden weiterentwickelt, sagte der Regisseur Robert Thalheim in Freiburg im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die erste Folge habe dafür die Grundlage geschaffen.

Beim Premieren-„Tatort“ am Sonntagabend sei bewusst wenig erzählt worden von den beiden Ermittlern. Dies werde sich mit der Zeit aber ändern. Die Kriminalfälle stünden jedoch auch weiterhin im Vordergrund. Geplant sind zwei „Tatort“-Folgen aus Freiburg pro Jahr.

Löbau und Wagner waren am Sonntagabend im Ersten erstmals als Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg im „Tatort zu sehen. Der erste Fall der Schwarzwälder „Tatort“-Kommissare startete mit guten Zuschauerzahlen: Durchschnittlich 9,13 Millionen schalteten ein. Das war ein Marktanteil von 27,2 Prozent – mehr als jeder vierte Zuschauer zur besten Sendezeit und damit weit vor der Konkurrenz. Der neue „Tatort“ aus Freiburg löst den Bodensee-„Tatort“ aus Konstanz ab. Dessen letzte Folge mit Eva Mattes und Sebastian Bezzel lief im Dezember 2016 und hatte 8,86 Millionen Zuschauer (24,3 Prozent Marktanteil). Ursprünglich hätte in den neuen Folgen auch Harald Schmidt eine Rolle übernehmen sollen, er sagte der Produktion aber kurzfristig ab.

Die Dreharbeiten für die zweite Folge des „Tatorts“ aus Freiburg beginnen nach Angaben des Südwestrundfunks Mitte dieses Monats. Gedreht wird, wie auch der erste Fall, im Schwarzwald. Die Hauptdarstellerin Eva Löbau absolviert zuvor eine Theaterpremiere. Am Donnerstag (5. Oktober) wird im „Theaterdiscounter“ in Berlin ihr neues Stück „Nächstes Jahr in Tskaltubo“ erstmals gezeigt.

Von der Polizei bekamen die zwei neuen TV-Ermittler gute Noten. „Sie würden auch im wirklichen Leben gut zu uns passen“, sagte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier. Schön sei ihre große Realitätsnähe: „Ich werde von Verwandten und Bekannten immer mal wieder gefragt, ob wir auch Ermittler haben, die normal sind, die also keine psychischen Probleme oder zerrüttete Ehen haben und das bei der Arbeit mit sich rumschleppen.“ Die Schilderung privater Probleme habe im „Tatort“ etwas überhand genommen, meinte Egetemaier: „Das ist sehr wohltuend, dass sich die beiden neuen Ermittler zumindest im ersten Fall davon unterscheiden.“

Die „Tatort“-Krimireihe der ARD läuft seit 1970. Die Sender stellen regionale Ermittlerteams, die im Wechsel zu sehen sind. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es zurzeit 21 „Tatort“-Teams. Hinzu kommt Heike Makatsch, die 2016 einmalig in einem „Tatort“ in Freiburg als Kommissarin zu sehen war und für die laut SWR nun ein anderer Ort gesucht wird.

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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