FAZ plus ArtikelNeonaziangriff in Fretterode

Ich dachte, sie bringen es zu Ende

Von Axel Weidemann
 - 22:25

In Fretterode, einem Dorf mit etwa 170 Einwohnern im thüringischen Landkreis Eichsfeld, findet am Sonntag, den 29. April eine Hetzjagd statt. Zwei freie Journalisten, die im Umfeld des Thüringer NPD-Vorsitzenden Thorsten Heise recherchieren, werden von zwei Angreifern zu Fuß und mit dem Auto gejagt. Auf der Flucht landen die Journalisten beim Versuch, auszuweichen, mit der Front ihres Wagens in einem Graben. Sie stecken fest. Dann, so schildert es einer der Betroffenen, passiert alles sehr plötzlich: Die Angreifer zertrümmern die Heckscheibe und die Seitenfenster des Wagens mit einem Schraubenschlüssel, sprühen Reizgas in den Fahrerraum und versuchen, die Journalisten aus dem Auto zu zwingen.

Einer der beiden verlässt das Fahrzeug, er trägt eine schwere Kopfwunde davon, die ihm der Angreifer mit dem Schraubenschlüssel beigefügt haben soll. Das im Wagen verbliebene Opfer wehrt sich gegen den zweiten Angreifer, der es auf die Kamera im Fußraum abgesehen hat. Der Angreifer, der ein Messer gezogen hat, sticht dem Mann in den Oberschenkel. Als der Angreifer die Kamera zu fassen bekommt, zieht er sich zurück. Die Speicherkarte mit Fotos von einem der Angreifer, erzählt einer der Journalisten, habe er sich zuvor in den Strumpf geschoben.

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Quelle: F.A.Z.
Axel Weidemann
Redakteur im Feuilleton.
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