Mit 28 Jahren gestorben

Nach Tod von Avicii schließt Polizei Verbrechen aus

 - 10:00

Nach dem Tod des schwedischen Star-DJs Avicii hat die ermittelnde Polizei in Omans Hauptstadt Maskat ein Verbrechen ausgeschlossen. Tim Bergling, wie der DJ mit bürgerlichem Namen hieß, war dort am Freitagnachmittag tot aufgefunden worden.

Gegenüber dem schwedischen Fernsehsender SVT News teilte die Polizei mit, dass sie die Todesumstände kenne: „Wir haben alle Informationen. Wir wissen, was passiert ist, aber wir dürfen den Medien dazu keine Auskunft erteilen.“ Die Polizei verneinte, dass nach weiteren Personen gesucht werde, die mit dem Todesfall in Verbindung stehen könnten. „Es gibt keinen Verdachtsmoment, der auf ein Verbrechen hindeutet.“

In Stockholm legten einige Discos und Nachtclubs in der Nacht zum Samstag um Mitternacht eine Schweigeminute zum Gedenken an den Musiker ein. „Wir wollten Tim ehren, er hat unsere Tanzflächen jahrelang mit Musik versorgt“, zitierte die Zeitung „Aftonbladet“ den Nachtclubbesitzer Robert Hållstrand.

Für Samstagnachmittag um 16 Uhr ist eine Gedenkstunde im Zentrum von Stockholm auf dem Platz Sergels Torg geplant. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven postete auf Instagram: „Er war einer von Schwedens größten Musikern der heutigen Zeit.“

Der frühe Tod von Avicii hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Der Elektromusiker, der mit Liedern wie „Wake Me Up“ und „Hey Brother“ Welthits landete, starb am Freitag im Alter von 28 Jahren im Golfstaat Oman, wie sein Management mitteilte. Musikerkollegen sowie Vertreter der schwedischen Regierung und des Königshauses würdigten den Verstorbenen.

Avicii zählte zu den erfolgreichsten DJs der Welt. Mit dem Song „Levels“ gelang ihn 2011 der Durchbruch. 2012 und 2013 schaffte er es im Ranking des „DJ Magazine“ jeweils auf den dritten Platz der besten DJs. Er arbeitete unter anderem mit Madonna, der britischen Rockband Coldplay und dem französischen DJ und Musikproduzenten David Guetta zusammen.

Video starten

Musikvideo„Levels“ von Avicii

Das Management des Musikers sagte in einem Statement: „In tiefer Trauer müssen wir heute den Tod von Tim Bergling, auch bekannt als Avicii, verkünden. Er wurde am Freitagnachmittag tot in Maskat, Oman, aufgefunden. Seine Familie ist am Boden zerstört und wir bitten alle, die Privatsphäre der Familie in dieser schwierigen Zeit zu resepektieren.“ Weitere Erklärungen werde es nicht geben. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt.

Avicii hielt sich laut der Zeitung „Times of Oman“ in der omanischen Hauptstadt Maskat mit Freunden in einem Fünf-Sterne-Hotel auf. Das Blatt zitierte den omanischen DJ Maitrai Joshi, der sich mit dem Weltstar noch wenige Tage vor seinem Tod in dem Ressort unterhalten hatte. „Avicii war dort untergebracht, aber sie wollten am nächsten Tag in die Randgebiete (des Omans) reisen.“ Joshi sagte der „Times of Oman“, dass Bergling auf ihn nicht den Eindruck gemacht habe, krank zu sein.

2015 legte Avicii bei der Hochzeitsfeier des schwedischen Prinz Carl Philip und dessen Frau Sofia auf. „Wir haben ihn als Künstler und als wunderbarer Mensch, der er war, bewundert“, erklärte das Paar.

Der Sohn der prominenten schwedischen Schauspielerin Anki Linden war einer der ersten DJs, der es schaffte, mit elektronischer Tanzmusik in den Mainstream vorzudringen. Aviciis Megahit „Wake me up“ mit dem Soul-Sänger Aloe Blacc war 2013 in Europa die Nummer eins. Sein mit elektronischer Musik unterlegter Remix von Coldplays „A Sky Full of Stars“ (2014) wurde ein weiterer Hit. Als Produzent war er für Madonnas Album „Rebel Heart“ (2015) tätig.

Video starten

Musikvideo„Wake Me Up“ von Avicii

Madonna veröffentlichte auf der Online-Plattform Instagram ein Foto von sich und Avicii und schrieb dazu: „So tragisch. Auf Wiedersehen lieber süßer Tim. Zu früh gegangen.“ David Guetta erklärte auf Twitter, die Welt habe „einen unglaublich talentierten Musiker verloren“. „Danke für deine schönen Melodien und für die Zeit, die wir gemeinsam im Studio verbracht haben.“ Popstar Charlie Puth twitterte, Avicii sei „ein Genie und ein Musikerneuerer, und ich kann es nicht fassen, dass er nicht mehr unter uns ist“.

In den sozialen Netzwerken drückten viele Nutzer ihre Trauer über den Tod des schwedischen DJs aus. David Guetta schrieb auf Twitter: „Etwas wirklich furchtbares ist passiert.“ Die Welt habe einen unglaublich talentierten Musiker verloren.

Auch der deutsche DJ und Musikproduzent Felix Jaehn zeigte sich betroffen: „Ich wäre nicht da wo ich bin, wenn nicht Aviciis „Levels“ mich dazu gebracht hätte, eigene Musik machen zu wollen. Ruhe in Frieden.“

Avicii hatte in den vergangenen Jahren offen über seine Gesundheitsprobleme gesprochen - unter anderem über eine zum Teil durch exzessiven Alkoholkonsum verursachte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. 2014 hatte er einige Live-Auftritte abgesagt, weil er sich die Gallenblase und den Blinddarm entfernen ließ.

2016 waren seine Fans sprachlos, als er sich - gerade mal 26 Jahre alt - von ihnen verabschiedete. Diese Tour sei seine letzte, schrieb er damals und kündigte an, dass er mehr Zeit für sein Privatleben haben wolle. „Diese Szene ist nichts für mich“, sagte er damals dem Magazin „Billboard“. Nicht die Auftritte seien das Problem gewesen, sondern das Drumherum. „Alles, was noch dazu gehört, wenn man ein Künstler ist.“ Er sei im Grunde eher ein introvertierter Mensch, sagte er. „Es war immer sehr hart für mich.“

Auf seiner Homepage ist ein früheres Statement zu lesen, in dem es heißt, er trete zwar nicht mehr live auf – aber: „Das Live-Ende bedeutete nie das Ende von Avicii oder meiner Musik. Stattdessen ging ich zurück zu dem Ort, an dem alles einen Sinn ergab – das Studio.“ Im vergangenen Jahr produzierte er mehrere Stücke mir der britischen Sängerin Rita Ora. Sein letztes Album „AVĪCI“ hatte er 2017 veröffentlicht.

Erst vor wenigen Tagen hatte er bei Facebook geschrieben, er fühle sich geehrt, für die Billboard Music Awards 2018 nominiert zu sein. Auf keinen Fall solle man die Show im Mai verpassen.

Der Name Avicii stammt aus dem Sanskrit und geht auf den Buddhismus zurück. Das Wort Avici bezeichnet die tiefste Ebene der Hölle. Aus stilistischen Gründen fügte der Künstler ein zusätzliches „i“ hinzu.

Video starten

MusikvideoAvicii – „Hey Brother“

Quelle: jawa./mg./dpa/AFP
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenOman