FAZ plus ArtikelInterview mit Käptn Peng

„Man verliert als Erwachsener das Gefühl des Sichwunderns“

Von Sibylle Anderl
 - 06:31

Gäbe es eine moderne Version der antiken griechischen Weissagungsstätten, man wäre nicht überrascht, wenn sie so klänge wie die Rapmusik von „Käptn Peng und die Tentakel von Delphi“. Zumindest lassen einen die bildstark verschachtelten, gegen jede Intuition und Erwartung rebellierenden Texte der fünfköpfigen Berliner Band um Robert Gwisdek oft ähnlich ratlos zurück wie eine aus dem Delirium entstandene sibyllinische Prophezeiung. Man würde die Sinnsuche darin wohl bald aufgeben und sich stattdessen dem Beat hingeben, wären da zwischen Dadaismus, Wahnsinn und Surrealismus nicht immer wieder auch vermeintliche Bezüge auf Bekanntes, auf Figuren und Begriffe aus Philosophie, Mathematik und Kosmologie, die den akademisch geprägten Hörer doch in die Texte hineinziehen. Auf dem Album „Expedition ins O“ geht es um den Ursprung des Weltalls; das aktuelle Album „Das nullte Kapitel“ widmet ein ganzes Stück der Kreiszahl „Pi“, wenngleich auf mehr mystische als mathematische Weise: „Die liegende Acht ist der Geist und Pi ist sein Körper – Schließt sich der Kreis, wird die Acht unzerstörbar.“ Was soll der Hörer mit solchen Zeilen anfangen? Die Antwort sollte zumindest der Textdichter Robert Gwisdek kennen, den wir zwischen Soundcheck und Konzert in der Frankfurter Batschkapp kurz nach seinem 34. Geburtstag treffen.

In Ihren Texten gibt es viele Anspielungen auf kosmologische und philosophische Ideen. Haben Sie die Fragen nach dem Ursprung der Welt und unserer Stellung im Kosmos schon immer beschäftigt?

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Quelle: F.A.Z.
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton.
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