Wochenausblick

Dax-Anleger warten ab

 - 12:59

Die Dax-Anleger brauchen in der neuen Woche gute Nerven: Während die Optimisten hoffen, dass Geschäftszahlen der Unternehmen den Markt stützen, droht aus Sicht der Pessimisten Ungemach von Seiten der europäischen Wirtschaft. Analysten raten in dieser Gemengelage trotz zuletzt guter Arbeitsmarktdaten aus Amerika zur Vorsicht, auch wenn sie nicht allzu schwarz malen wollen.

Nach Ansicht der Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar zum Beispiel zeichnet sich nach den deutlichen Verlusten seit dem Rekordhoch Ende Juni eine leichte Stabilisierung des Aktienmarkts ab. Von einer tragfähigen Bodenbildung aber könne noch keine Rede sein. Die Skepsis unter den Anlegern sei nach zwei negativen Monaten in Folge deutlich ausgeprägt. Auch die saisonal meist schwierige Phase von August bis Oktober halte viele Investoren zurück.

Gegenwind könnte auch von Seiten der Wirtschaft kommen. So habe die konjunkturelle Dynamik im Euroraum im zweiten Quartal wohl erst einmal ihren Höhepunkt erreicht, schreibt Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Die heutigen Daten zur deutschen Industrieproduktion im Juni könnten bereits davon zeugen.

Abgesehen von den amerikanischen Verbraucherpreisen für Juli am Freitag stehen ansonsten kaum wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Doch gerade deshalb seien in diesem umsatzarmen Umfeld überraschende Bewegungen am Aktienmarkt möglich, mahnt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Insofern sei die kurzfristige Börsenrichtung besonders schwer vorhersagbar. Gleichwohl bleibe der Grundtrend der Aktienmärkte aufwärts gerichtet.

Derweil blicken die Anleger weiter mit Argwohn auf den immer noch festen Euro, der auch in der neuen Woche die Stimmung am deutschen Aktienmarkt trüben kann. Schließlich schmälert eine starke Gemeinschaftswährung in der Regel die Exportchancen von Unternehmen aus dem Euroraum.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, meinten die Analysten der Commerzbank. Ihrer Meinung nach hat das politische Chaos in den Vereinigten Staaten den Dollar geschwächt und im Gegenzug den Eurokurs über 1,18 Dollar getrieben.

Positiv jedoch sei, dass die Ausblicke der großen und mittleren Unternehmen bis jetzt insgesamt überzeugt hätten. In der neuen Woche steht dann noch einmal ein Schwung Geschäftszahlen zum zweiten Quartal auf der Agenda, bevor die Berichtssaison ausläuft.

Die Woche startet recht gemächlich, unter anderem mit den Zahlen des Karrierenetzwerks Xing und des Medizintechnik-Herstellers Carl Zeiss Meditec. Am Dienstag meldet sich die Deutsche Post zu Wort, zudem berichten der Versorger Uniper und das Logistikunternehmen Jungheinrich über das abgelaufene Quartal.

Am Mittwoch stehen mit dem Versorger Eon und dem Rückversicherer Munich Re zwei weitere Dax-Werte auf der Agenda. Hinzu kommen der Verbindungstechnikhersteller Norma und der Dufthersteller Symrise. Am Donnerstag werden viele Unternehmensberichte aus der zweiten und dritten Reihe veröffentlicht, zudem legen der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp sowie der Konsumgüterhersteller Henkel Geschäftszahlen
vor.

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Quelle: casc/dpa-AFX
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