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Vergütungsstudie

Neue Kritik an Manager-Gehältern

Von Christoph Scherbaum
© dpa, FAZ.NET
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Arbeiten Dax-Manager auch für weniger?
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Vergütung wird Thema der Hauptversammlungssaison

Viele Studien zur Vergütung von Führungspersonal kritisieren die absolute Höhe der Managergehälter. Rekordsummen, wie sie etwa Volkswagen-Chef Martin Winterkorn in der Vergangenheit erhielt, standen dabei immer wieder im Blickpunkt. Das Vorurteil der Selbstbedienungsmentalität in den Chefetagen wurde damit genährt. Branchenkenner halten aber nicht nur die Gesamtvergütung für zu hoch. Vielmehr kritisieren sie auch die Höhe der zur Motivation eingesetzten Bonus-Zahlungen.

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) hat nun in einer neuen Studie dargelegt, warum der momentane Anteil der kurzfristigen Boni-Zahlungen in Dax-Unternehmen zu hoch ist. Basis ist eine Umfrage unter den Mitgliedern. Demnach wünschen sich die befragten DVFA-Mitglieder einen variablen Anteil von lediglich 40 Prozent an der Gesamtvergütung der Managergehälter. Tatsächlich betrug der variable Anteil in der Berichtssaison 2017 aber fast 60 Prozent der Grundvergütung, beinahe die Hälfte der Boni waren kurzfristig.

Die DVFA-Mitglieder unterstützen zwar die Idee, die variable Entlohnung stärker am Unternehmenserfolg als an individuellen Zielen auszurichten, die Abschaffung aller Boni lehnen sie allerdings klar ab.

Vergütung wird Thema der Hauptversammlungssaison

Für Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender der DVFA, zeigen die Ergebnisse der Studie eindeutig, warum in der anstehenden Hauptversammlungssaison die Vergütung an erster Stelle bei den Themen der Aktionäre steht: „Dass das Verhältnis von variablem zu fixem Einkommen von DVFA-Mitgliedern sehr kritisch gesehen wird, ist durchaus in Linie mit den Abstimmungsstrategien institutioneller Anleger, die diesen Punkt bei der Vergütung von Dax-30-Vorständen in diesem Jahr ansprechen werden“, so Bielmeier.

Laut der DVFA-Studie ist vor allem ein Punkt wichtig: Ein Vorstand darf die eigene Entlohnung nicht manipulieren können. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich der Wunsch der Finanzprofis nach mehr Langfristigkeit auch in gewünschten Haltefristen von aktienbasierter Vergütung widerspiegelt. Gegenüber der faktischen Haltefrist von 3,7 Jahren im Durchschnitt fordern die Finanzprofis eine Zeit von fast 4,5 Jahren.

Professor Dr. Markus Arnold, Co-Autor der Studie, erklärt dazu: „Entgegen der landläufigen Meinung, nach der für den Finanzmarkt der variable Anteil an der Vergütung von Vorständen börsennotierter Unternehmen nicht hoch genug sein kann, zeigt die Studie zum dritten Mal in Folge sehr deutlich, dass institutionelle Investoren vor allem an langfristig ausgelegten Anreizen interessiert sind, kurzfristig orientierte Boni aber nicht gutheißen“.

Arbeiten Manager auch für weniger?

Zudem sehen institutionelle Investoren demnach große Probleme auf viele Dax-Unternehmen zukommen. Sie müssen sich in der anstehenden Hauptversammlung-Saison darauf einstellen, sich mit der Kritik von Investoren zum Thema Manager-Vergütung auseinander zu setzen. Geht es nach der Studie, sollen auch nicht-finanzielle (zukunftsorientierte) Leistungskennzahlen eine größere Rolle für die Vergütung spielen. Das ist momentan nicht der Fall.

Während mehr als jeder vierte Finanzprofi bei der Umfrage deren Einsatz befürwortet, ist das in der Realität nur in 10 bis 15 Prozent der Fall. Die Studie nimmt aber nicht nur die Zusammensetzung der Vergütung auseinander, sondern hält auch die gesamte Höhe der Managervergütung für kritikwürdig.

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27 Prozent der Befragten halten die aktuelle durchschnittliche Gesamtvergütung von 6,15 Millionen Euro implizit für zu hoch. Für Aufsehen dürfte ebenso die Aussage sorgen, dass fast alle Befragten glauben, die Dax-30-Konzernlenker würden auch für deutlich geringere Summen arbeiten. Als Vergütungsgrenze gehen die Befragten dabei von durchschnittlich 2,88 Millionen Euro aus.

Als zukunftsweisend könnte die Forderung an die Konzernchefs verstanden werden, im Fall der Fälle auf Gehalt zu verzichten. Ein Viertel der Befragten fordert, dass Vorstände mehr Verantwortung übernehmen und dazu negative Boni in Kauf nehmen sollten.

Quelle: FAZ.NET
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