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Digitale Währung

Auch die Börsenaufsicht kann den Bitcoin nicht stoppen

Von Franz Nestler
© Reuters, F.A.Z.

17 Prozent Kursverlust? Was bei Aktienkäufern für panische Reaktionen gesorgt hätte, dafür dreht sich ein Anleger der digitalen Währung Bitcoin nicht einmal im Bett um. Am Freitag versagte die amerikanische Börsenaufsicht SEC einem börsengehandelten Indexfonds der Winklevoss-Brüder die Zulassung, wie diese Zeitung bereits am Montag berichtete. Grund waren Bedenken über die notwendige Aufsicht, da viele wichtige Märkte für den Bitcoin nicht reguliert sind. Das könnte leicht zu Betrug und Missbrauch führen. Der Kurs brach daraufhin um 17 Prozent auf etwa 1065 Dollar ein. Doch schon am Montagnachmittag hatte er sich davon gut erholt auf 1230 Dollar gezeigt.

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Jerry Brito vom Forschungsinstitut Coin Center sieht darin ein Henne-Ei-Problem. „Wie soll ein gut kapitalisierter und regulierter Markt entstehen, wenn es Finanzinvestoren nicht erlaubt ist, einen Bitcoin-ETF an den Markt zu bringen?“, fragt er. Denn sobald es den ETF gäbe, würden damit Finanzinstitutionen handeln, institutionelles Geld wäre involviert. Dann würden die Marktwächter und Institutionen automatisch dafür sorgen, dass der Bitcoin-Preis richtig ist: Sie würden bessere Regulation verlangen, sich über Manipulation beschweren und so weiter – die Dinge würden besser werden.

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Eigentlich rechneten Bitcoin-Fachleute damit, dass die nun zerschlagene Hoffnung auf eine neue Investitionsmöglichkeit den Bitcoin-Preis einbremsen würde. Dass der Einbruch nun von nur so kurzer Dauer war, überraschte selbst erfahrene Bitcoin-Händler. Joseph Lee, der die Handelsplattform Magnr gegründet hat, sieht das als ein deutliches Zeichen für die weiterhin starke Nachfrage nach Bitcoin. „Selbst die regulatorische Absage einer großen Region hat wenig Auswirkung auf den Preis, der von den globalen Märkten gesetzt wird“, zeigte sich Lee erstaunt.

Nachfrage kommt aus China

Doch noch ist es deutlich zu früh zu sagen, wohin die Reise gehen wird. Denn der Ort, wo die Preise gemacht werden, ist weder Amerika noch ist es Europa. Die Nachfrage kommt aus China. Und wie das in Diktaturen nun mal ist, ist man dort auf den Wohlwollen der örtlichen Herrscher angewiesen. Die People’s Bank of China, die Zentralbank der Volksrepublik, denkt sich regelmäßig neue Vorschriften aus, welche die Handelsbörsen umsetzen müssen. Das führt dazu, dass diese dann regelmäßig vom Netz genommen werden, um die Anforderungen umzusetzen. Das schürt Unsicherheit und verlangsamt so den Handel.

Der offizielle Grund für diese Maßnahmen ist, dass sie die digitale Währung einfach besser regulieren wollen. Doch hinter den Kulissen ist klar, dass sie den Handel einschränken und stören wollen, wenn sie schon keine effektiven Kapitalverkehrskontrollen einführen konnten. Eine wichtige Rolle könnte der derzeitige Große Parteitag in Peking spielen – es ist nicht auszuschließen, dass die mehreren tausend Delegierten dann neue Regeln für die digitale Währung beschließen werden.

Quelle: F.A.Z.
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